Deutsche Orchideen-Gesellschaft e.V.

Vandachostylis Charm

Am 14. Mai 2018 um 0:01 veröffentlicht. Kategorie:

Vandachostylis Charm

(Syn. Darwinara Charm)

Vandachostylis Charm (Foto:Thomas LEHMANN)

Ursprünglich wurde Vandachostylis Charm als Darwinara Charm registriert. Die Endung -ara im Gattungsnamen Darwinara deutet auf eine Mehrgattungshybride aus mehr als 3 verschiedenen Gattungen hin. Bei solchen Mehrgattungshybriden aus mehr als 3 unterschiedlichen Gattungen darf der Züchter einen neuen Gattungsnamen eintragen lassen, der immer auf -ara enden muss. Nachdem in jüngster Zeit aufgrund von DNA-Analysen einige neue taxonomische Eingruppierungen in die Gattung Vanda stattfanden, wurde aus der ursprünglichen Mehrgattungshybride Darwinara Charm die Vandachostylis Charm, da die meisten der verwendeten Naturformen heute zur Gattung Vanda zählen. Die Eltern von Vandachostylis Charm sind Vanda falcata und die Hybride Vandachostylis Tham Yuen Hae. Auch ohne zahlreiche unterschiedliche Gattungen ist Vandachostylis Charm eine sehr komplexe Hybride, an der einige Naturformen beteiligt sind:

  • 50%      Vanda falcata (früher Neofinetia falcata)
  • 15,63% Vanda sanderiana (früher Euanthe sanderiana)
  • 12,5%   Vanda curvifolia (früher Ascocentrum curvifolium)
  • 12,5%   Rhynchostylis coelestis
  • 6,25%   Vanda coerulea
  • 3,13%   Vanda luzonica

Auch wenn der offizielle Name heute Vandachostylis ist, wird sie von den meisten Züchtern noch immer als Darwinara Charm verkauft. Ihr bekanntester Klon ist ‚Blue Moon‘, der allerdings als blühfaul gilt und manchmal auch ein Jahr mit der Blüte aussetzt. Wesentlich blühfreudiger ist der Klon ‚Blue Star‘, der jedes Jahr zur Blüte kommen sollte. Registriert wurde die Hybride am 01.02.1987 von O. N. TAKAKI. Auf jede einzelne Naturform, die an dieser sehr beliebten Mehrgattungshybride beteiligt ist, kann ich in diesem Artikel leider nicht eingehen, da es den Rahmen sprengen würde.

Foto: Thomas LEHMANN
Hier sieht man die Sporne auf der Rückseite sehr gut (Foto: Thomas LEHMANN)

 

Die beteiligten Eltern sind allesamt epiphytisch wachsende Orchideen. Vandachostylis Charm ist eine monopodial wachsende Pflanze, deren Blätter sehr dick und fest sind. Sie bildet einen gestauchten, eng fächerartig beblätterten Spross aus. Jedes Blatt hat eine Länge von ca. 12-15 cm. Die Blütentriebe entspringen in den Blattachsen am Stamm. Die Infloreszenzen werden bis 20 cm lang und bilden mehrere Blüten aus, die sich alle innerhalb von ein paar Tagen gleichzeitig öffnen. Die Blüten haben an der Rückseite einen ca. 2-3 cm langen Sporn. Bei guter Kultur und zunehmendem Alter der Pflanze können sich neue Fächer am unteren Ende des Stammes bilden.

Vandachostylis Charm braucht sehr viel Licht, direkte Mittagssonne sollte im Sommer aber vermieden werden. Meine Pflanze steht im Sommer draußen, da sie neben viel Licht auch viel Frischluft und Luftbewegung mag. Dort bleibt sie dann bis in den Herbst, wenn die nächtlichen Temperaturen auf 5 Grad fallen. Wenn regelmäßig gelüftet wird, kann sie aber auch ohne Probleme ganzjährig im Zimmer kultiviert werden. Im Winter steht meine Pflanze unschattiert an einem sehr großen Fenster an der Südseite, um ihren Lichthunger zu stillen.

Vandachostylis Charm ‚Blue Moon‘ (Foto: Gregor Kleefeld)

Getopft hab ich meine Pflanze in grobe Rinde mit ein paar groben Styroporstücken, damit das Substrat auf keinen Fall zu lange nass bleibt nach dem Tauchen. Da die Elternpflanzen allesamt Epiphyten sind, ist es wichtig, dass die Wurzeln zügig abtrocknen können. Andernfalls faulen diese schnell, besonders im Winter. Getaucht wird, sobald der Topf komplett durchgetrocknet und kein Kondenswasser mehr zu sehen ist. Im Winter darf sie auch mal ein paar Tage trocken bleiben, je nachdem wie kalt sie steht. Durch den hohen Vanda (Neofinetia) falcata -Anteil bekommt meine Vandachostylis Charm nicht so viel Dünger wie die meisten Vandeen. Das verwendete Düngerwasser hat einen Leitwert von ca. 200-250 Mikrosiemens und wird im Sommer alle 2-3 Wochen verabreicht.

Vandachostylis Charm mag es eher temperiert und nicht ganz so warm, kommt im Sommer mit unseren Temperaturen aber ganz gut zurecht. Im Herbst kann man sie bis zu einer nächtlichen Temperatur von 5 Grad im Freien lassen, darf dann aber nicht mehr so viel wässern und hält sie fast trocken. Im Winter fallen die Temperaturen an ihrem Platz in der Nacht auch mal auf 10 Grad ab, dabei steht sie dann ziemlich trocken. Grundsätzlich gilt: Je kühler, desto weniger Wasser!

Vielen Dank an Gregor KLEEFELD, der mit seinem umfangreichen Wissen und den Fotos bei der Entstehung des Beitrags geholfen hat! Desweiteren ein herzliches Dankeschön an Sylvia TOENNE für die Fotos ihrer Pflanze.

Autor: Thomas LEHMANN

Vandachostylis Charm ‚Blue Moon‘ (Foto: Gregor Kleefeld)
Vandachostylis Charm ‚Blue Moon‘ (Foto: Sylvia Toenne)
Vandachostylis Charm ‚Blue Moon‘ (Foto: Sylvia Toenne)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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