Deutsche Orchideen-Gesellschaft e.V.

Renanthera John Losgar

Am 6. August 2018 um 0:01 veröffentlicht. Kategorie: ,

Renanthera John Losgar

Renanthera John Losgar (Foto: Thomas LEHMANN)

Erst im Jahr 2008 registriert, ist die Primärhybride Renanthera John Losgar eine eher neuere Kreuzung aus den beiden Naturformen Renanthera imschootiana und Renanthera citrina. In Farbe und Form sind die Blüten dieser Hybride leicht variabel. Meistens haben sie einen gelblichen Grund, auf dem mal mehr, mal weniger rote Punkte zu sehen sind. Manchmal sind auch ganze Teile der Blüte rötlich anstatt gelb. Sie duftet nicht, ist aber eine zuverlässige Blüherin. Der wechselständig beblätterte, stammartige Spross dieser monopodial wachsenden Orchideengattung kann recht hoch werden und verholzt oft mit dem Alter im unteren Bereich. Die einzelnen Blätter sind ca. 15-20 cm lang, fest und fleischig. Der Blütentrieb erreicht eine Länge von bis zu 40 cm und blüht öfter an der Triebspitze nach.

Renanthera imschootiana ‚Baronja‘ BM/DOG (Foto: D.O.G.-Archiv)

Renanthera imschootiana ist beheimatet in Myanmar, Assam, dem südlichen China, Laos und Vietnam. Dort wächst sie epiphytisch, meist auf Bäumen, unter kühlen bis warmen Temperaturen – je nach Standort. Durch das große Verbreitungsgebiet und die unterschiedlichen Höhenlagen von 500-1500 Metern gibt es Populationen in unterschiedlichen Klimazonen. Blütezeit ist vom späten Frühjahr bis in den frühen Sommer. Die Infloreszenz wird 45 cm lang und trägt eine Fülle an Blüten. Am Naturstandort wachsen Renantheren generell in sehr hellen Bereichen, teilweise der Sonne ausgesetzt.

Renanthera citrina ‚Currlin‘ SM/DOG (Foto: D.O.G.-Archiv)

Renanthera citrina kommt lediglich in Vietnam vor und wächst dort in moosigen, feuchten Wäldern, oft auf alten vermoosten Baumstümpfen und umgefallenen Bäumen in Bodennähe. Diese Naturform gehört zu den etwas kleineren Renanthera-Arten, ihre reich besetzten Blütentriebe werden bis 45 cm lang. Auch Ren. citrina wächst in Klimaregionen von kühl über temperiert bis warm. Zu finden ist sie in Höhenlagen von 650-1200 Metern über dem Meeresspiegel. Auch sie erhält viel Licht.

Die Kultur meiner Renanthera John Losgar ist eigentich recht unkompliziert. Wegen ihres hohen Lichtbedarfs hängt sie seitlich am Südfenster und ist besonders der Morgensonne auch im Sommer lange ausgesetzt. Die Blätter haben keinerlei Verbrennungen und die Pflanze wächst sehr gut und blüht regelmäßig im Frühjahr/Sommmer. Das Fenster, neben dem sie hängt, ist im Sommer fast 24 Stunden geöffnet, sodass sie sehr viel Frischluft und Lufbewegung bekommt. Ich kultiviere sie unter warmen Bedingungen. Auch im Winter fallen die nächtlichen Temperaturen nicht unter 16-18 Grad, ganz selten mal auf 15 Grad. Tagsüber können aber auch im Winter Temperaturen von 33 Grad erreicht werden. Dadurch habe ich auch im Winter in meiner Orchideengalerie einen recht hohen Temperaturabfall in der Nacht. Ob dies zur Blüteninduktion unbedingt erforderlich ist, kann ich gar nicht so genau sagen. Es kommt aber den klimatischen Bedingungen der Elternpflanzen am Naturstandort nahe. Von daher wird es nicht schaden.

Seitenansicht von Renanthera John Losgar (Foto: Thomas LEHMANN)

Grundsätzlich gilt für die Wassergaben: lieber etwas trockener halten als zu nass. Renantheren neigen sehr schnell zu Stammfäule, wenn es zu feucht ist. Darum ist ein gut drainiertes Substrat mit viel Luftzirkulation unbedingt erforderlich. Ich habe meine John Losgar in sehr grobe Rinde getopft ohne jegliche Zuschlagstoffe, da alles sehr zügig abtrocknen muss. Die Körnung ist 15-25 mm. Ich tauche alle 5-10 Tage, je nach Temperatur. Wichtig ist, dass der Topf wirklich komplett trocken und leicht ist. Erst dann wird wieder gewässert. Im Zweifel lieber 2 Tage länger warten. Schäden durch Trockenheit lassen sich leichter kurieren als die von zu viel Feuchtigkeit. Ich dünge das Gießwasser im Sommer bei jedem Gießen auf einen Leitwert von ca. 350 Mikrosiemens auf. Im Winter dünge ich gar nicht, da sich über den Sommer genug Salze im Substrat ablagern, von denen sich die Pflanze im Winter gut ernähren kann.

Jedes Frühjar erscheinen ein bis zwei Infloreszenzen, die sich teilweise verzweigen und an den Triebspitzen auch gerne weitere Blüten nachschieben. Dadurch können sie den ganzen Sommer durch blühen. Leider habe ich einen Klon  erwischt, der nicht riecht. Es soll welche geben, die den zarten und fruchtigen Duft von Renanthera imschootiana mitbekommen haben.

Eine wirklich unkomplizierte Hybride, die im Temperaturbereich sehr variabel ist und von daher in viele Orchideensammlungen integriert werden kann. Viel Spaß beim Kultivieren!

Autor: Thomas LEHMANN

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Die gesamte Pflanze mit Infloreszenz (Foto: Thomas LEHMANN)
Die gesamte Pflanze mit Infloreszenz (Foto: Thomas LEHMANN)
Hier die Infloreszenz auf einen Blick (Foto: Thomas LEHMANN)
Detailansicht (Foto: Thomas LEHMANN)