Paphiopedilum Jakub Szlachetko

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Paphiopedilum Jakub Szlachetko – Einzelblüte
(Foto: Thomas Jacob)

Autor/in: Thomas Jacob
Veröffentlicht: 24.01.2022

Paphiopedilum Jakub Szlachetko wurde im Jahr 2013 in das Register für Orchideenhybriden bei der Royal Horticultural Society (RHS) eingetragen, angemeldet von Pierre Bertaux, der zahlreiche weitere Hybriden erschaffen hat. Der Autor und Pflanzensammler aus Luxemburg war viele Jahre lang Leiter des Jardin du Luxembourg (Luxemburggarten) in Paris und arbeitet eng mit der Swiss Orchid Foundation und dem Herbarium Jany Renz zusammen.

Da Paphiopedilum Jakub Szlachetko eine Primärhybride ist, sind am Genpool lediglich zwei Naturformen beteiligt:

  • 50% Paphiopedilum tranlienianum
  • 50% Paphiopedilum fairrieanum

Das Verbreitungsgebiet beider Arten liegt im asiatischen Raum, wo sie als Lithophyten steile Kalksteinfelsen besiedeln. Das Klima am Standort von Paphipedilum tranlienianum ist im Sommer warm und sehr feucht, in den Wintermonaten meist kühler und trockener, dagegen ist das Habitat von Paphiopedilum fairrieanum ganzjährig durch kühlere Temperaturbedingungen gekennzeichnet. Paphiopedilum Jakub Szlachetko sollte demnach bei nicht allzu hohen Temperaturen im Winter kultiviert werden. Die Blütezeit beginnt bei beiden Naturformen im Herbst und kann bis in das Frühjahr hinein andauern.

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Habitus von Paphiopedilum Jakub Szlachetko.
(Foto: Thomas Jacob)

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Größenvergleich der Blüte von Paphiopedilum Jakub Szlachetko mit meiner Hand
(Foto: Thomas Jacob)

Als Substrat nutze ich eine Mischung aus feiner und mittlerer Rinde, Perlite, Bimskies und Holzkohle. Bei den Arten, die am Naturstandort lithophytisch wachsen ist der Anteil an Bimskies fast 50 %. Gleiches gilt natürlich auch für die Hybriden mit diesen Arten, wie das heute vorgestellte Paphiopedilum Jakub Szlachetko. Einige andere Paphiopedilen halte ich auch in mineralischem Substrat, was die Versorgung der Pflanze etwas erleichtert, da der Topf dann immer in einer kleinen Pfütze Wasser stehen darf. Der Pflanzstoff wird regelmäßig aufgekalkt. Ich benutze für alle meine kalkliebenden Paphiopedilen und Phragmipedien Hüttenkalk – ein kohlensaurer Kalk, der von den Pflanzen leichter und besser aufgenommen werden kann und zusätzlich etwas Silizium enthält, das ein wichtiger Nährstoff für Pflanzen ist. Davon streue ich alle 2 – 3 Monate etwas auf das Substrat und gieße es leicht ein. Es ist aber auch möglich, den Kalk in Wasser aufzulösen und damit zu gießen oder zu tauchen. Man muss nur beachten, dass Kalk recht lange benötigt, um sich aufzulösen. Deshalb sollte man das Gießwasser am besten schon am Tag vorher ansetzen und mehrmals umrühren. Natürlich kann man auch mit anderen Kalkarten auflkalken. Manch ein Kultivateur hat gute Erfolge mit Leitungswasser, in dem ja in den meisten Gebieten in Deutschland reichlich Kalk enthalten ist.

Getaucht wird im Winter alle 5 – 7 Tage. Das Substrat sollte stets bügelfeucht sein und niemals vollständig durchtrocknen. Im Sommer – besonders während der extrem heißen Tage – stehen meine Paphiopedilen sogar in einer kleinen Pfütze Wasser, durch die sich das Substrat kontinuierlich mit Feuchtigkeit versorgt. Wichtig ist nur, dass die Pflütze immer wieder abtrocknet, um eine Verkeimung des Wassers zu vermeiden. Bei niedrigen Temperaturen sollte ein nasser Fuß aber tunlichst vermieden werden, da Kälte in Verbindung mit Nässe die Wurzeln faulen lässt. Das Tauchwasser hat im Sommer einen Leitwert von ca. 350 µS/cm, im Winter aber nur 150 – 200 µS/cm.

Direktes Sonnenlicht sollte vom Frühjahr bis in den Herbst wirklich vermieden werden, da es sonst schnell zu Verbrennungen an den Blättern kommt. Aus diesem Grund schattiere ich das ostseitige Fenster, an dem Paphiopedilum Jakub Szlachetko steht, von März bis Mitte Oktober. Im Winter, der bei uns ja eher dunkel und sonnenarm ist, darf das Licht ungefiltert auf die Pflanze fallen.

Paphiopedilum Jakub Szlachetko ist eine ansprechende Hybride, die unter meinen Kulturbedingungen auf der Fensterbank problemlos wächst und blüht.

Viel Erfolg beim Kultivieren!

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Seitenansicht der Blüte von Paphiopedilum Jakub Szlachetko
(Foto: Thomas Jacob)