Oncidium roseoides

Cochlioda rosea 01

Leicht überhängende Infloreszenz von Oncidum roseoides (Syn. Cochlioda rosea)
(Foto: Torsten John)

Autor/in: Torsten John
Veröffentlicht: 27.06.2022
Synonyme:
Cochlioda rosea
Odontoglossum roseum

Cochlioda rosea (Lindl.) Ridl.
wurde 1845 von John Lindley als Odontoglossum roseum beschrieben, bevor es 1886 von Henry Nicholas Ridley in die Gattung Cochlioda überführt wurde. Aufgrund von Genanalysen ordneten Mark Wayne Chase und Norris Hagan Williams die Art 2008 in die Gattung Oncidium ein, sodass derzeit Oncidium roseoides M. W. Chase et N. H. Williams der von World Checklist of Selected Plant Families (WCSP) akzeptierte Name ist und Cochlioda rosea als Synonym geführt wird.

Diese wunderschöne kleinbleibende Art wächst in Südamerika in feuchten Wäldern auf bemoosten Felsen und auch auf Bäumen ab einer Höhe von ca. 1 500 m über dem Meeresspiegel.

Cochlioda rosea kann sowohl getopft wie auch aufgebunden kultiviert werden.

Die Blüten haben einen Durchmesser von 5 cm. 20 Blüten an einer Rispe sind keine Seltenheit, ihre Lebensdauer erstreckt sich über mehrere Wochen.

Ich kultiviere meine Cochlioda rosea ganzjährig warm mit Nachtabsenkung bei einer Luftfeuchigkeit von 70 – 80%.

Cochlioda rosea 02

Die Blüten von Cochlioda rosea im Größenvergleich zu meinen Fingern
(Foto: Torsten John)

Cleisocentron malipoense 03.jpg

Habitus von Cleisocentron malipoense, März 2018
(Foto: Matthias Wystub)

Cleisocentron malipoense wächst monopodial, ihr Habitus ist mit dem von Vanda (Syn. Neofinetia) falcata vergleichbar.

Meine Pflanzen haben eine Höhe von ca.14 cm und eine Blattlänge von ca. 10 cm. Die Blätter sind dunkelgrün und fest, bei hoher Sonneneinstrahlung oder intensivem Zusatzlicht bekommen sie rote Ränder und rote Punkte, was für die Pflanzen aber kein Problem darstellt.

Die Blütentriebe entwickeln sich bei mir ab November bis in den Dezember hinein, um dann von Dezember bis Januar zu blühen.

Der diesjährige Blütentrieb hatte eine Länge von 5 cm und entwickelte 16 Blüten, die eine Größe von ca. 8 mm × 5 mm haben.

Die Blütenfarbe ist weiß, die säulenförmige Lippe fest und – anders als bei Vanda falcata – in einer Linie mit dem oberen Sepalum, d. h. sie steht nicht im 90°-Winkel nach vorne. Der Kallus an der Lippe ist intensiv lila gefärbt.

Duft konnte ich an den kleinen Blütchen nicht feststellen.

Ich kultiviere Cleisocentron malipoense ganzjährig auf meiner Badezimmerfensterbank sehr hell und nicht ganz so warm bei ca. 20 °C.

Meine Pflanzen sitzen in einem durchsichtigen 6er-Töpfchen, gefüllt mit mittelgrober Pinienrinde und einem kleinen Anteil von handelüblichem Tongranulat, sodass die Wurzeln nach dem Tauchen wieder schnell abtrocken können.

Gedüngt wird im Sommer 14-tägig mit bis zu 300 µS. Ich tauche die Pflanzen je nach Bedarf und Abtrocknung der Wurzeln einmal pro Woche. Im Sommer werden sie, gerade wenn es draußen sehr heiß ist, zwischendurch auch mal zusätzlich gegossen.

Ich erwarb meine Pflanzen im März 2018 bei einem Orchideenhändler als Singchia malipoensis. Im Töpfchen befanden sich drei kleine Pflänzchen, von denen die größte zu diesem Zeitpunkt schon blühte. Ich fand die kleinen filigranen Blütchen sehr ansprechend, da sie bei direkter Sonneneinstrahlung glitzern und mit ihrem »Säckchen« einfach etwas Besonderes sind.

Cleisocentron malipoense 04

Die gleiche Pflanze drei Jahre später, im Februar 2021
(Foto: Matthias Wystub)

Cleisocentron malipoense 05

Die Knospen von Cleisocentron malipoense haben eine eigenwillige Form.
(Foto: Matthias Wystub)

Die große Pflanze blüht bei mir zuverlässig jedes Jahr, die mittlere, die auch noch übriggeblieben ist, entwickelt im Moment unter Zusatzlicht ihren ersten Blütentrieb.

Ich empfinde Cleisocentron malipoense als nicht zu anspruchsvoll und würde mir wünschen, sie öfters in Kultur zu sehen, da sie durch ihre Größe auch nicht viel Platz beansprucht und (fast) überall dazwischenpasst.