Deutsche Orchideen-Gesellschaft e.V.

Maxillaria variabilis

Am 23. April 2018 um 0:01 veröffentlicht. Kategorie: ,

Maxillaria variabilis

Foto: Thomas LEHMANN

John LINDLEY beschrieb diese eher kleinwüchsige Maxillaria erstmals im Jahr 1837 in Edwards’s Botanical Register nach einem Manuskript von James BATEMAN. Beides waren britische Botaniker.
Diese Naturform hat ein recht großes Verbreitungsgebiet in Mittel- und Südamerika, welches sich von Mexiko über Guatemala, Belize, El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica, Panama, Kolumbien bis nach Ecuador erstreckt. Durch das große Gebiet, in dem Maxillaria variabilis heimisch ist, lässt sich keine Klimazone festlegen. Sie wächst in kühlen wie auch in warmen und heißen Gegenden, meist epiphytisch auf Bäumen oder litophytisch auf Steinen in dichten, feuchten Wäldern. Die Standorte sind fast immer schattig. Max. variabilis findet man auf Höhenlagen von 500 – 2500 Metern über dem Meeresspiegel. Auf jeder Pseudobulbe, die recht eng aneinander wachsen, sitzt ein einzelnes, sehr festes Blatt. Die bis zu 5 cm lange Infloreszenz, welche am unteren Ende der Pseudobulbe entspringt, trägt jeweils eine einzelne Blüte, die ca. 3 cm groß ist und sehr unterschiedlich gefärbt sein kann. Daher kommt auch der Name variabilis. Es gibt die Blüten in Gelb-, Rot- und Orangetönen. Die Infloreszenzen dieser Art sind sehr langlebig und halten viele Wochen, teilweise sogar mehrere Monate, und können das ganze Jahr über entstehen.

 

Meine eigene Max. variabilis mit einer einzelnen Blüte (Foto:Thomas LEHMANN)
Maxillaria variabilis ‚Pa‘ SM/DOG (Foto: Werner HOLZMANN)

Die Kultur dieser ansprechenden Naturform ist recht unkompliziert, da sie sehr tolerant in Bezug auf die Temperatur ist. Meine Max. variabilis wächst temperiert/warm an einem hellen Platz neben dem Fenster, an den nur morgens kurz die Sonne auf die Pflanze scheint (Ostfenster). Den Rest des Tages hat sie es zwar hell, aber keine direkte Sonneneinstrahlung mehr. Im Winter gehen die Temperaturen nachts auch mal auf 15 °C zurück, meist liegen sie aber bei ca. 18 – 20 °C nachts. Tagsüber liegen sie im Sommer wie auch im Winter natürlich etwas darüber. Wie oben schon erwähnt ist diese Maxillaria sehr tolerant, was die Temperatur anbelangt.

Wichtig ist, dass sie ganzjährig feucht gehalten wird, da sie am Naturstandort ausschließlich in dichten Wäldern heimisch ist, wo immer sehr hohe Luftfeuchtigkeit herrscht und auch viel Niederschlag fällt. Ab dem Frühling (März) wird bei mir regelmäßig gedüngt, wobei meine Max. variabilis ca. 350 – 400 Mikrosiemens erhält. In den dunklen Wintermonaten, in denen der Stoffwechsel der Pflanzen herunterfährt, stelle ich das Düngen komplett ein. Meist ist das ab Oktober, manchmal auch November, wenn der Oktober noch sehr hell und sonnig ist.

Ein schöner dunkelroter Klon (Foto: Werner HOLZMANN)

Als Substrat gibt es, wie immer, tausend mögliche Rezepte. Da Maxillarien immer feucht, aber nicht nass sein möchten, wie alle Epiphyten, empfiehlt sich ein Substrat, das gut drainiert ist und dabei aber trotzdem gut Wasser speichert. Anfangs hatte ich sie in Rinde mit etwas getrocknetem Sphagnum-Moos. Das hat auch gut funktioniert, nur wurde es mir mit zunehmender Anzahl an Pflanzen in meiner Orchideensammlung einfach zu viel Arbeit, immer gießen oder tauchen zu müssen. Seitdem steht sie bei mir in mineralischem Substrat. Eine Mischung aus Lava, Bims und Akadama, alles in der Körnung 5 – 10 mm. Sie wächst darin genauso gut, nur ist die Pflege etwas weniger zeitintensiv, da man sie im mineralischen Substrat einfach in eine mit Wasser gefüllte Schale stellen kann. Wenn die Schale komplett ausgetrocknet ist, wird sie wieder mit Wassser gefüllt, das war´s. Die Steinchen des Substrats ziehen sich die Feuchtigkeit durch die Kapillarwirkung nach oben und werden dabei aber nicht zu nass. Außerdem bildet sich durch die andauernde Feuchtigkeit recht schnell ein Moospolster auf dem Pflanzstoff, was sehr dekorativ aussieht. Natürlich funktionieren auch andere Substrate gut, da muss man einfach etwas ausprobieren und das für sich passende finden.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass Maxillaria variabilis eine sehr einfach zu kultivierende Naturform ist, die regelmäßig blüht und viel Freude macht!

Autor: Thomas Lehmann

Maxillaria variabilis in einem hellen Orange-Gelb (Foto: Irene BOCK)
Maxillaria variabilis in einem kräftigen Rotton (Foto: Irene BOCK)
Maxillaria variabilis in einem zarten Gelb (Foto: Irene BOCK)