Deutsche Orchideen-Gesellschaft e.V.

Habenaria rhodocheila

Am 9. November 2020 um 0:01 veröffentlicht. Kategorie: ,

Habenaria rhodocheila Hance 1866

Habenaria rhodocheila (Foto: Werner Holzmann)

Das Hauptverbreitungsgebiet dieser reizvollen Orchidee ist China, Malaysia, Laos, Kambodscha, Vietnam und die Philippinen. Dort wächst Habenaria rhodocheila terrestrisch in grasbewachsenen lichten Wäldern in Höhenlagen von 200 bis 1300 m. Sie ist Knollen bildend. Die Blütezeit erstreckt sich vom Sommer bis in den Herbst, in unseren Breitengraden von August bis Oktober. Die Bedingungen am Naturstandort reichen von feucht und warm während der Wachstumszeit bis kühl und trocken in der Ruhephase. Im Frühjahr treibt aus der Knolle ein rosettenartiger Trieb mit versetzt angeordneten, spitz zulaufenden weichen Blättern, an dessen Ende die Infloreszenz mit zahlreichen versetzt angeordneten Blüten steht. Die Farbpalette reicht von pink über orange, rot und gelb. Je nach Blütenfarbe variiert das Laub von grün über grün mit einzelnen braunverlaufenden Streifen bis hin zu einem kräftigem Bronzeton.

Habenaria rhodocheila mit gelber Blüte (Foto: Werner Holzmann)

Einige Zeit waren mehrere Farbvarietäten als eigene Arten ausgegliedert. Inzwischen wurden Arten wie Hab. erichmichelii, Hab. xanthocheila und Hab. roebbelenii wieder dem Habenaria rhodocheila-Komplex als Hab. rhodocheila subsp. rhodocheila zugeordnet.

Meine Kultur

Meine Pflanzen stehen allesamt ganzjährig an Westfenstern, sind aber vor direkter Sonne geschützt. Im Sommer kann die Temperatur schon mal auf 30 °C und mehr steigen. Im Winter liegt sie um 21 °C, nachts sinkt sie durch die Nachtabsenkung der Heizung auf 17 °C .

Wie in den Standortbedigungen schon erwähnt, durchläuft diese Knollenorchidee einen ausgeprägten Wachstums- und Ruhezyklus. Wenn man den beachtet, ist die Kultur nicht besonders schwierig.

Nach einer absolut trockenen Ruhezeit werden im Februar die ruhenden Knollen neu getopft. Ich verwende dazu eine Mischung aus Tongranulat, Bims oder Perlite und feine Pinienrinde, alles etwa zu gleichen Teilen. Dabei muss man unbedingt darauf achten, dass der Vegetationspunkt, evtl. ist schon eine weiße Spitze zu sehen, nach oben zeigt und auf keinen Fall beschädigt wird. Bricht er ab, war’s das, die Knolle treibt nicht mehr aus.

Nach dem Topfen gieße ich das neue Substrat an, sodass es leicht bügelfeucht ist. Das regt die Knolle zum Austrieb an. Da ich auf der Fensterbank kultiviere, möchte ich, dass die Pflanzen im Herbst blühen, bevor die Heizperiode beginnt. So vermeide ich, dass die Blüten steckenbleiben. Wenn der Austrieb etwa 1 cm aus dem Substrat ragt, wird das Substrat feucht gehalten. Jetzt sollte es auch nicht mehr austrocken und man kann mit vorsichtigen Düngergaben beginnen. Ich dünge einmal im Monat mit etwa 300 µS.

Im Herbst entwickeln sich dann die wundervollen Blüten, die etwa 4 Wochen halten. Danach wird das Gießen langsam reduziert und schließlich – wenn die Blätter gelb, braun oder trocken werden – komplett eingestellt. Im Februar beginnt das Spiel wieder von Neuem.

Autor: Werner Holzmann

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Habenaria rhodocheila ‚Maintal‘ SM/D.O.G. (Foto: Werner Holzmann)
Habenaria rhodocheila ‚Maintal‘ SM/D.O.G. (Foto: Werner Holzmann)
Habenaria rhodocheila (Foto: Werner Holzmann)
Habenaria rhodocheila (Foto: Werner Holzmann)
Habenaria rhodocheila (Foto: Werner Holzmann)