Epidendrum centropetalum

Epidendrum centropetalum

Epidendrum centropetalum – Einzelblüte
(Foto: Martin Kirsch)

Autor/in: Martin Kirsch
Veröffentlicht: 05.02.2024
Synonyme: Oerstedella centradenia

Der bekannte deutsche Botaniker Heinrich Gustav REICHENBACH beschrieb Epidendrum centropetalum erstmals 1852. Er selbst beschrieb die gleiche Art unter ihrem bekanntesten Synonym Oerstedella centradenia später noch einmal. Lange wurde die Art als Oerstedella geführt, aber genetische Untersuchungen zeigten, dass die Gattung Oerstedella mitten im Baum von Epidendrum angesiedelt ist. Deshalb wurden alle Oerstedellas wieder zu Epidendrum umkombiniert.

Epidendrum centropetalum kommt ausschließlich in Mittelamerika vor. Wie etliche Epidendren wächst sie mit langen, schlanken Trieben, die wechselständig beblättert sind. Die Infloreszenz erscheint direkt am oberen Ende des Triebes in Form einer dicht besetzten Rispe, die je nach Stärke des Triebes bis zu 20 rosa Blüten tragen kann, meist sind es aber weniger.

Epidendrum centropetalum

Habitus von Epidendrum centropetalum
(Foto: Martin Kirsch)

Epidendrum centropetalum

 Epidendrum centropetalum, Blüten einer Infloreszenz
(Foto: Martin Kirsch)

Epidendrum centropetalum wird bei uns ganzjährig im Zimmer kultiviert und hat mit den Bedingungen in der Wohnung keine Probleme, nur hell muss es sein. Die Blütezeit beginnt bei uns um den Jahreswechsel. Ihr Start ist ein ganz guter Indikator dafür, ob der Herbst und der Frühwinter dunkel (häufig bewölkt) oder hell waren. Der früheste Zeitpunkt der ersten Blüte war bei uns der 25. Dezember, der späteste der 21. Januar. Die Blüten sind recht ausdauernd, die einzelne Blüte steht ca. 8 – 10 Wochen. Nach der Blüte beginnt der neue Austrieb, wobei auch in den Blattachseln der vorherigen Triebe an vielen Stellen Seitentriebe erscheinen. Um zu verhindern, dass die Pflanze allzu ausufernd wächst, entferne ich diese Seitentriebe in der oberen Hälfte der alten Stängel, und das möglichst schon im Anfangsstadium.

Die Kultur haben wir sowohl aufgebunden als auch im Topf mit gutem Erfolg praktiziert. Epidendrum centropetalum hat sehr dicke Wurzeln, die schnell abtrocknen möchten und im Topf einen sehr groben Pflanzstoff verlangen. Auf der anderen Seite bevorzugt die Art eine recht feuchte Kultur. Sowohl aufgebunden als auch getopft sollte man sie täglich über die Blätter besprühen, dann wächst sie eindeutig besser. Im Gegensatz zu den meisten Orchideen, die man keinesfalls so behandeln sollte, schadet den Blüten das Sprühen nicht, sie bekommen keine Flecken. Offensichtlich werden die Pflanzen in ihrem Habitat auch häufig komplett feucht. Unsere wird daher täglich nassgesprüht mit Regenwasser, vermischt mit 10 – 15% Leitungswasser.  Zwei- bis dreimal in der Woche erfolgt dabei eine Düngergabe mit einer Leitfähigkeit von ca. 300 – 500 µS/cm. Getopft wird sie einmal pro Woche gegossen, bei jedem zweiten Gießen wird gedüngt. In der Wachstumsperiode verträgt diese Art deutliche Düngergaben, dann sind Trieblängen bis zu einem Meter erreichbar.

Epidendrum centropetalum ist m. E. gut für die Kultur im Zimmer geeignet, da es mit Bedingungen in der Wohnung umgehen kann. Vorsicht ist aber bei Dauerfeuchte geboten. Die große aufgebundene Pflanze von Bild 2 hat im Laufe der Jahre einen sehr massiven Wurzelballen von ca. 15 cm Durchmesser gebildet. Offensichtlich konnte das Innere dieses Wurzelballens nicht mehr abtrocknen, sodass die Wurzeln anfingen zu faulen. Der Schaden war nicht mehr aufzuhalten und die gesamte Pflanze ging innerhalb eines Jahres ein.

Links:
Kew Garden Plants of the Wold Online
Internet Orchid Species Photo Encyclopedia

Epidendrum centropetalum

 Epidendrum centropetalum, Typ mit helleren Blüten
(Foto: Martin Kirsch)

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