Deutsche Orchideen-Gesellschaft e.V.

Dendrobium metrium

Am 5. März 2018 um 0:01 veröffentlicht. Kategorie:

Dendrobium metrium

Foto: Thomas Lehmann

Dieses mittelgroße Dendrobium gehört zur Sektion Calcarifera und ist beheimatet in Thailand, Malaysia, Vietnam und Sumatra. Es wächst terrestrisch und litophytisch auf einer Höhe von 1 100 bis      1 400 Metern unter eher kühleren Bedingungen. Von Mai bis September/Oktober gibt es ständige Niederschläge durch den Monsunregen, zwischen Oktober und April fällt nur sehr wenig Niederschlag. Die Temperaturen erreichen im Sommer tagsüber 30 Grad im Durchschnitt, im Winter fallen sie nachts auf 10-15 Grad ab. Erstmalig beschrieben wurde Dendrobium metrium im Jahre 1910 von Friedrich Wilhelm Ludwig Kraenzlin (Kraenzl.), einem Botaniker aus Magdeburg, der mit dem Natural History Museum in London zusammenarbeitete. Wie alle Dendrobium-Arten bildet auch Den. metrium Pseudobulben aus, an denen mit großem Abstand wechselständig mehrere längliche Blätter wachsen, welche im Winter abgeworfen werden. Die Pseudobulben werden 10-20 cm lang und sind sehr schmal. An einer sehr kurzen Infloreszenz entstehen dann ein bis drei ca. 1-2 cm große Blüten. Petalen und Sepalen sind fast komplett weiß, manchmal mit leichten rosafarbenen Schattierungen. Die Lippe ist weiß mit intensiver rosafarbener Zeichnung.

Dendrobium metrium in Blüte. Das Laub wurde im Herbst abgeworfen, bevor die Blüte im Winter kam. Jetzt, Ende des Winters/Anfang Frühling, kommen die Neutriebe. (Foto: Thomas Lehmann)
Dendrobium metrium mit Laub am Ende des Sommers. Dieses Kindel ist vom letzten Jahr und hat in diesem Winter noch nicht ganz abgeworfen und auch noch nicht geblüht. (Foto: Thomas Lehmann)

Ich habe diese beiden Kindel, eines aus 2016 und eines aus 2017,  erst vor ca. einem halben Jahr bekommen. Dazu gab es eine Pflegeanleitung, an die ich mich hielt und mit der ich das ältere der beiden Kindel zum Blühen gebracht habe. Es ist zwar nur eine Blüte geworden, aber die Kulurvorschläge, die ich von einer Freundin erhielt, scheinen wirksam zu sein und deshalb möchte ich euch diese mit auf den Weg geben. Wenn ich auch selbst noch keine Langzeiterfahrung damit habe. Da sich die Kultur aber sehr stark an den natürlichen Gegebenheiten orientiert, dürfte diese Methode auch auf Dauer gesehen erfolgreich sein.

Wie man auf den Fotos ganz gut erkennen kann, verwende ich als Substrat ein dunkles Lavagranulat, da sich damit im Sommer die Dauerfeuchte, die durch den Monsunregen im natürlichen Habitat besteht, am besten nachstellen lässt. Ich verwende eine Körnung von 2-8 mm. Größer sollte das Granulat nicht sein, da sich sonst die Feuchtigkeit nicht auf den ganzen Topf verteilt. Das rote Lavagranulat ist nicht empfehlenswert, da es zu viel Eisen enthält, welches sich auf Dauer lösen kann und der Pflanze schadet. Der größte Vorteil von Lavagranulat ist, dass es sich nicht zersetzt und nur getopft werden muss, wenn der Topf für die Pflanze zu klein wird. Von Mai bis Oktober steht der Topf immer in einer Schale, die mit 2 cm Wasser gefüllt ist, draußen im Freien. In dieser Zeit lasse ich die Schale nur ganz selten mal abtrocknen, um eine Ausbreitung von Keimen und Bakterien im Wasser zu vermeiden. Das Substrat selbst trocknet in den Sommermonaten aber niemals ab und ist durch die hygroskopische Wirkung der Lava immer gleichmäßig feucht. Ab Oktober werden die Wassergaben dann langsam reduziert und meine beiden Pflanzen kommen an einen kühlen, aber hellen Ort wieder zurück ins Haus. Im Winter darf das Substrat immer gut antrocknen, gelegentlich auch mal ganz abtrocknen, bevor wieder etwas gegossen wird. Wenn beim Gießen etwas Wasser durch den Topf in die Schale läuft, lasse ich dieses dort stehen, wenn es nicht zu viel ist. Dann wird wieder gewartet, bis das Substrat gut angetrocknet ist, bevor ich wieder gieße. Dendrobium metrium macht eine sogenannte Semi-Dry-Ruhe im Winter durch. Das heißt, es steht wesentlich trockener, aber eben nicht ganz trocken wie manch andere Dendrobien.

Reines Regenwasser eignet sich sehr gut zum normalen Wässern. Wer keine Möglichkeit hat Regenwassser zu sammeln, der sollte dennoch darauf achten, dass das Wasser möglichst salzarm ist. Schwach aufgedüngtes oder mit etwas Leitungswasser verschnittenes Osmose- oder destilliertes Wasser kann ebenso gut verwendet werden. Leitungswasser wäre auf Dauer zu salzhaltig und würde die Wurzeln irreparabel schädigen, was den Tod der Pflanze zur Folge hätte. Da ich selbst auch keine Möglichkeit habe Regenwasser zu sammeln, dünge ich destilliertes Wasser ganz leicht auf, sodass ich auf einen Leitwert von ungefähr 30-50 Mikrosiemens komme. Alle 3-4 Wochen gibt es etwas stärker gedüngtes Wasser. Das Düngerwasser hat einen Leitwert von 150 Mikrosiemens und wird bei mir, anders als das normale Gießwasser, nicht in die Schale, sondern von oben gegossen, damit der Dünger gut im Substrat verteilt wird und an die Wurzeln gelangt.

Die Temperaturen im Sommer erklären sich von selbst, da ich die Außentemperatur ja nicht regulieren kann. Im Winter steht Dendrobium metrium bei mir in einem ungeheizten Zimmer direkt am hellen Westfenster. Die Tagestemperaturen können bei Sonnenschein bis auf 25 Grad steigen. Nachts kühlt es dort auf dem Fensterbrett aber, je nach Außentemperatur, auf 11-13 Grad ab. Wärmer als 15 Grad sollte es nachts nicht werden. Kühle und kalte  Dendrobium-Arten neigen bei zu warmer Kultur dazu, dass sie stark und viel kindeln, aber dafür nicht blühen. Auch halten die Blüten wesentlich länger, wenn die Temperatur niedriger ist. Stellt man die blühende Pflanze an einen wärmeren Ort, um sie besser im Blick zu haben und sich an den Blüten zu erfreuen, muss man damit rechnen, dass die Blüten nur sehr kurz halten und schnell welk werden. Bei kühlen Temperaturen halten sie mehrere Wochen.

 

Autor: Thomas Lehmann

Foto: Thomas Lehmann
Foto: Thomas Lehmann
Foto: Thomas Lehmann
Foto: Thomas Lehmann