Begriffe

Was sind nochmal Petalen? Und was sind Sepalen? Habitus und Habitat – was ist der Unterschied?

Besonders für Anfänger in der Orchideenkultur ist es oft schwierig sich alle Fachbegriffe zu merken und immer parat zu haben. Falls euch mal ein Begriff entfallen ist oder ein vollkommen neuer Begriff unterkommt, könnt ihr hier nachsehen, ob er schon in unserer Liste erklärt wird. Wenn nicht, dann schreibt uns an, wir helfen euch gerne weiter und nehmen fehlende Begriffe in unsere Liste mit auf.

Foto: Deutsche Orchideen-Gesellschaft
Abbildungen 1-4, die unsere Begriffe aus der Liste unten darstellen

Begriff Bedeutung
Antherenkappe schützende Bedeckung der Blütenstauborgane (Pollinien) an der Spitze der Columna (siehe Abb. 2)
apikal an der Spitze gelegen (lat. apex = die Spitze)
basal die Basis bildend, am Grunde (lat. basis = der Grund)
Columna Säule, stielartige Verlängerung der Blütenachse (siehe Abb. 1 u. 2)
dorsal rückenständig, am Rücken, rückenwärts (lat. dorsum = der Rücken)
endemisch auf ein bestimmtes, begrenztes Verbreitungsgebiet beschränkt, nur dort vorkommend
(griech. en = in, dämos = streng begrenzter Bezirk)
epiphytisch aufsitzend (griech. epi = auf, über, phyton = Pflanze) ‒ Orchideen wachsen oft epiphytisch,
d. h. sie sitzen auf anderen Pflanzen, meist Bäumen oder Sträuchern, auf.
Sie zapfen ihre Wirtspflanzen aber nicht an und saugen nicht deren Saft, sie sind also keine Schmarotzerpflanzen.
Gynostemium Organ mit allen zur Vermehrung gehörenden Teilen: Verlängerung der Blütenachse (Columna)
mit der Narbe (Stigma), den Staubblättern (Pollinien), dem Rostellum und der Anthere,
alle im oberen Bereich der Blüte von Bestäubern gut erreichbar

Habitat Lebensraum, charakteristischer Aufenthaltsbereich einer bestimmten Tier- oder Pflanzenart
Habitus

Gestalt, Aussehen, Gesamtbild

Infloreszenz Blütenstand mit Stiel und Blüten
Labellum Lippe, das dritte, oft besonders auffällige innere Blütenblatt (siehe Abb. 1 u. 1A)
‒ In der noch ungeöffneten Blütenknospe wächst die Lippe meist nach oben. Kurz vor dem Aufblühen wendet sie sich nach unten,
da der unterhalb der Blüte stehende Fruchtknoten eine Drehung um 180° macht. Diesen Vorgang nennt man Resupination.
lateral seitlich, seitenständig (lat. latus = die Seite)
lithophytisch auf Stein wachsend (griech. lithos = Stein, phyton = Pflanze)
monopodial mit nur einem Spross wachsend, Weiterwachsen des Hauptsprosses (griech. monos = allein, einzig, podi = Fuß)
‒ Die Pflanzen entwickeln nur einen Fuß (Trieb) und haben dadurch nur eine durchgehende Hauptachse.

Mykorrhiza Symbiose von Pilzen und Pflanzen, bei der ein Pilz mit dem Feinwurzelsystem einer Pflanze in Kontakt ist
‒ Notwendig bei der Keimung und im Jugendstadium zur Ernährung der Orchidee; sobald der Keimling
Blattgrün (Chlorophyll) ausbildet, ist er meist ohne diese Unterstützung lebensfähig.
Ovarium Fruchtknoten, in dem sich die Eizellen befinden, die von den Spermien befruchtet werden (lat. ovum = Ei); (siehe Abb. 1A)
Pedicellus kleiner Stiel, Blütenstielchen (siehe Abb. 4)
Pedunculus Blütenstiel (siehe Abb. 4)
Petalum inneres Blütenblatt – Bei Orchideen besteht der innere Blütenkreis aus drei Petalen, wovon zwei sich sehr ähnlich sind
und das dritte Petalum meist unterschiedlich und auffallend ist, entweder vergrößert oder anders gefärbt oder beides.
Dieses dritte Petalum hat einen eigenen Namen, es wird Labellum genannt (siehe Abb. 1 u. 1A).
Pollinarium Pollinien, Stipes und Viscidium bilden zusammen das Pollinarium (siehe Abb. 3).
Pollinien zu mehreren Einheiten verklebte Blütenstauborgane (siehe Abb. 3)
Rhachis Achse einer Blütentraube (siehe Abb. 4)
Rhizom horizontal wachsende Sprossachse, unter der Erde oder dicht auf dem Boden kriechender Spross, auf dem
die einzelnen Pseudobulben entstehen (siehe Abb. 4)

Rostellum (auch Schnabel genannt) Trennschicht zwischen Pollinien und Narbenfläche, damit der Pollen möglichst nicht von selbst
auf die Narbenfläche rutscht und Selbstbefruchtung verursacht (siehe Abb. 2)
saprophytisch Organismen, die keine Photosynthese betreiben und sich ausschließlich von toten organischen Stoffen ernähren,
leben saprophytisch (griech. sapro = faul, phyton = Pflanze). Ihnen fehlt der grüne Farbstoff, das Chlorophyll,
durch das die Pflanzen mithilfe von Licht wesentliche Stoffwechselvorgänge aktivieren.
Sepalum äußeres Blütenblatt ‒ Bei Orchideen besteht der äußere Blütenkreis aus drei Sepalen, dem oberen (dorsalen) Sepalum
und zwei seitlichen (lateralen), die sich meist sehr ähnlich sehen (siehe Abb. 1 u. 1A).
Spermium männliche Keimzelle ‒ wächst als Pollenbestandteil mit einem langen Schlauch von der Narbe (Stigma)
durch die Säule (Columna) bis zum Fruchtknoten (Ovarium) und verschmilzt dort mit der Eizelle
Stipes Pollinienstiel – Gewebeteil, auf dem die Pollinien befestigt sind (lat. stipes = Pflahl, Stock, Stange); (siehe Abb. 3)
Stigma Narbe ‒ weibliche, reproduktive, meist klebrige Fläche unterhalb des Rostellum, auf der die Pollinien anhaften,
wenn sie durch einen Bestäuber dorthin transportiert werden (siehe Abb. 2)

sympodial keine einheitliche Hauptachse ausbildend, verzweigende Pflanzensprossachse (griech. syn = zusammen, miteinander, podi = Fuß)
‒ Die Pflanzen bilden pro Jahr mindestens einen neuen Spross.

Tepalen Sammelbezeichnung aller Blütenblätter, also der Sepalen und Petalen
terminal endständig, an der Spitze gelegen
terrestrisch auf dem Erdboden wachsend (lat. terra = die Erde)
ventral vorne, bauchseits, am Bauch gelegen (lat. venter = der Bauch)
Viscidium Klebescheibe am Stipes, mit der die Pollinien am Bestäuber anhaften (siehe Abb. 3)