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Orchid seed diversity – A scanning electron microscopy survey (2014)

Alles lesen Am 30. März 2015 um 14:55 veröffentlicht

245 Seiten mit über 600 SEM-Fotografien, 26 phylogenetischen Grafiken, mit erklärenden Texten, Englisch, 17,6 × 25 cm, flexibler Einband, zu bestellen bei und publiziert vom Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin als Englera 32, ISBN 978-3-9218000-92-8; 25,- €

Das Ergebnis von 40 Jahren Forschungsarbeit und Untersuchungen mit dem Elektronenmikroskop (SEM) an Orchideensamen wird hier vorgelegt. Es ist die erste Monografie dieser Art, gewidmet Prof. Werner RAUH und Dr. Karlheinz SENGHAS – beide waren am Botanischen Garten Heidelberg tätig. Dem Vorwort ist bereits zu entnehmen, dass über 600 Mikrofotografien in dieser Zusammenstellung wiedergegeben werden.

Bei den Sekundarelektronenmikrospien (SEM – scanning electron microscope) handelt es sich um die Standardbetriebsart des Rasterelektronenmikroskops (REM). Untersucht und elektronenmikroskopisch behandelt wurde verständlicherweise erheblich mehr Material.

Orchideensamen sind höchst unterschiedlich in ihrer Größe, aber vor allem auch in der Oberflächenstruktur und Aufbau der Samenschale (Testa), der eine besondere Bedeutung bei der Verbreitung der Samen durch Luftbewegung und Wasser zukommt. Bis jetzt hatten sich nur wenige Wissenschaftler mit dieser Materie und deren elektronenmikroskopischer Bearbeitung befasst. Joseph Georg BEER (1803-1873) war einer der ersten Pflanzenzüchter und autodidaktischer Botaniker, der die Diversität der Samen, wie sie im Lichtmikroskop erscheinen, in Zeichnungen festgehalten hat.

Seit in den letzten 2 Jahrzehnten die DNS-Untersuchungen auch bei den Orchidaceen Eingang fanden, wurde diese Familie jüngst in 5 Unterfamilien eingeteilt: Apostasioideae, Vanilloideae, Cypripedioideae, Orchidoideae und Epidendroideae. Im Gegensatz zur Blütenmorphologie wurden mikromorphologische Merkmale der Samenschale durch Umweltbedingungen bis heute kaum beeinflusst. Orchideen produzieren Kapseln mit winzigen staubfeinen durch Wind und Wasser zu verbreitende Samen. Sie sind überwiegend charakterisiert durch ballonartige Samenschalen und die Abwesenheit von Nährgewebe. Die Samenschale besteht bis auf Ausnahmen aus relativ uniformen Zellen und enthält meist nur einen aus wenigen Zellen bestehenden winzigen Embryo. Und es besteht ein funktionaler Zusammenhang zwischen der Samenmorphologie, der Netzbarkeit und Aerodynamik, die für die Verbreitung der Samen verantwortlich sind. Daher betrachten die Autoren zu Beginn die Samen allgemein und erläutern die Ausnahmen sowie vorangegangene Ausarbeitungen anderer Autoren über Teilgebiete der Samenmorphologie. Da es bisher keine zusammenhängende Vergleichsstudie zu dieser Thematik gibt, werden hier zum ersten Mal die Ergebnisse dieser Untersuchungen zusammengefasst. Für die einzelnen Gattungen werden die Strukturen der Samenschalen beschrieben, die sich innerhalb der Genera öfter ähnlich sind. Ausnahmen werden gesondert betrachtet und Arten mit abweichender Morphologie separat beschrieben. Die Terminologie zu Samengröße und -farbe wird erklärt, zur Anzahl der Testazellen, deren Form und Zellmuster, zu den Zellleisten, ihren Formen und Besonderheiten.

17 Samentypen werden unterschieden, beschrieben und in SEM-Abbildungen wiedergegeben. Danach erfolgt die engere Beschreibung der Samen einzelner Unterfamilien, ihrer Triben, Subtriben und daraus ausgewählter Gattungen mit Hinweisen auf die entsprechenden Abbildungen. Eine Diskussion über Bedeutung und Entwicklung der Merkmale von Orchideensamen für Systematik und Diagnostik schließt sich an. Die Ausarbeitung schließt mit einem Literaturverzeichnis, Materialquellen und einem Inhalts- bzw. Schlagwortverzeichnis.

Dieses Buch mit seinen vielen Abbildungen und den Erklärungen ist mit Sicherheit für viele Orchideenfreunde interessant. In der D.O.G.-Bibliothek ist es zur Einsicht vorhanden.


Dank-o-pedilum Spezial (2015) – Paphiopedilum Naturformen

Alles lesen Am um 14:51 veröffentlicht

81 Seiten, 678 Farbbilder, 21,3 × 30 cm, Festeinband, Einführung in Deutsch und Englisch, Herausgeber Gerhild Dankmeyer, Appelweg 2, 29342 Wienhausen, 39,90 €; zu beziehen über die Herausgeberin

Der Autor Günther DANKMEYER, bekannter Paphiopedilumspezialist und Orchideenfachmann, hat ein einmaliges Bild-und Nachschlagewerk mit ca. 1000 Seiten zu Züchtungen innerhalb der Gattung Paphiopedilum zusammengetragen, das zum ersten Mal zum WOC in Vancouver 1999 vorgestellt wurde. Die Gattung Paphiopedilum mit ihren Naturformen und Hybriden, nach wie vor von Orchideenfreunden geliebt und kultiviert, kann nicht durch Meristeme, sondern nur durch Aussaat vermehrt werden. Daher hat Günther DANKMEYER den unzähligen bis heute produzierten und bei der RHS angemeldeten Hybriden, die Naturformen in zahlreichen Abbildungen vorangestellt, aus denen diese Kreuzungen entstanden sind. Die Naturformen selbst sind in Farbe, Größe und Form recht variabel.

Jetzt hat der Autor noch einmal diese Naturformen in einer reich bebilderten Zusammenstellung herausgebracht. Die Abbildungen sind durch teilweise neues Bildmaterial ergänzt und einige Neuentdeckungen wurden aufgenommen, so z. B. Paph. sugiyamanum Cavestro (2001) und Paph. canhii Aver. & O. Gruss (2010). Nicht nur Liebhaber der Gattung Paphiopedilum, sondern auch Züchter haben somit wertvolles Material an der Hand, an dem sie den Formen- und Farbenreichtum ablesen können, um sich geeignete Klone auszusuchen. DANKMEYER äußert die Hoffnung, dass damit wenigstens Bildmaterial von dieser Gattung erhalten bleibt, die ihren Marktwert und –anteil zum großen Teil eingebüßt hat. Samenproduktion, Aussaat und Kultur bis zur Blühreife dauern recht lange, sind dadurch kostspielig und somit ist das kommerzielle Interesse der Produzenten und auch das der Käufer erloschen. Ebenso ist Paphiopedilum als Schnittblume längst von anderen preiswerteren Gattungen abgelöst worden, obwohl ihre Haltbarkeit sprichwörtlich ist.

Für die kleine Gruppe der Liebhaber und Züchter von Paphiopedilum ist hier ein Werk vorgelegt worden, dass seinesgleichen sucht und sowohl der Freude als auch der Nutzung dienen soll.

Es ist in der D.O.G.-Bibliothek vorhanden.


Lateinamerikanische Frauenschuhe (2014)

Alles lesen Am 11. Oktober 2014 um 19:01 veröffentlicht

Vollständiger Titel: Lateinamerikanische Frauenschuhe – Phragmipedium, Mexipedium, Selenipedium & alle Phragmipedium-Primärhybriden

Format 30 × 21,5 cm, Hardcover, Fadenheftung, 520 Seiten, einige Hundert farbige Abbildungen, wenige Schwarz-Weiß-Abbildungen und Zeichnungen, Orchideenzauber-Verlag, Best.-Nr. 20140030, 99,- EURO

Immer häufiger findet mancher Orchideenfreund Gefallen an diesen im Titel genannten Frauenschuhen, zumal sie auch mit Erfolg auf der Fensterbank gepflegt werden können.
Die Ausarbeitung, erstellt von einem Spezialisten dieser Gattungen, beginnt mit einem kurzen geschichtlichen Abriss des Gattungsnamens und der Einteilung der heute bekannten Frauenschuharten aus Mittel- und Südamerika, sowie mit der Erwähnung der Gattungen in der Literatur. Die geografische Verbreitung und Abgrenzung der verschiedenen Gattungen folgen, als auch wertvolle Hinweise zur Kultur.

Die Gattung Phragmipedium wird im Buch in 5 Sektionen unterteilt: Phragmipedium mit 5 Arten und 2 fragwürdigen Arten, Platypetalum mit 1 Art, die in 3 Varietäten unterteilt ist, Himantopetalum mit 6 Arten, Lorifolia mit 6 Arten, wovon 2 Arten mit je 3 Varietäten angegeben sind, und Micropetalum mit 7 Arten.

Jede Art und jede Varietät wird mit ihren Synonymen vorgestellt. Der Autor hat Angaben zu Verbreitung, Standort, Klima am Standort und zu ihrer teilweise spannenden Geschichte zusammengetragen, gibt eine ausführliche Beschreibung, die Chromosomenzahl und Variationen an und soweit vorhanden auch genaue Beschreibungen der Varietäten oder Formen sowie etymologische Erklärungen. Es folgt eine Aufzählung der Primärhybriden und den daraus resultierenden Greges mit den entsprechenden Angaben zu Originator und Anmeldung.

Der Schwerpunkt des Werkes jedoch liegt auf der fotografischen Wiedergabe aller Naturformen und Primärhybriden. Es ist sicherlich nicht übertrieben, wenn man behauptet, das Buch lebt von seinen Bildern. Da gibt es Abbildungen aus historischen Büchern und Zeitschriften, die teilweise Seltenheitswert genießen und natürlich auch Fotos aus neuester Zeit, die der Autor zusammentragen konnte. Jede Art, Varietät, Form und Primärhybride ist meist mehrfach abgelichtet, sodass dem Leser ein breites Spektrum des Erscheinungsbildes zur Verfügung steht.

Gegen Ende der Ausarbeitung werden die beiden Gattungen Mexipedium und Selenipedium in Wort und Bild vorgestellt. Zu Mexipedium gibt es recht viele Abbildungen, zu Selenipedium nur ganz wenige, teilweise auch nur Zeichnungen. Bei Letzterer liegt es in der Natur der Sache, da kaum Pflanzen in Kultur zu finden sind und die natürlichen Standorte nicht bekannt sind.

Eine Kurzbiografie zu Heinrich Gustav REICHENBACH, dem Autor vieler Neubeschreibungen der Gattung Phragmipedium, einige Hinweise zu seinem in Wien aufbewahrten Herbar, ein Bestimmungsschlüssel zur Gattung, erarbeitet von Leslie A. GARAY und Jürgen RÖTH, und ein weiterer Schlüssel zu den Arten, erstellt von Jürgen RÖTH, beschließen die hervorragende Darstellung. Es schließen sich ein ausführliches Literaturverzeichnis und das Stichwortverzeichnis an.

Nicht nur für Liebhaber der Gattung ist dieses Werk interessant, es fesselt durch seine Art der Darstellung und die literarischen Zwischenbemerkungen zur Geschichte auch nahezu jeden Orchideenfreund und sollte in keiner Bibliothek fehlen.

Das Buch ist in der D.O.G.-Bibliothek vorhanden.


Orchidaceae – Anatomy of the Monocotyledons

Alles lesen Am um 18:59 veröffentlicht

Vollständiger Titel: Orchidaceae – Anatomy of the Monocotyledons, Volume X;
Edited by M. GREGORY and D. F. CUTLER with an introduction by Alec M. PRIDGEON (2014)

Format 25 × 19 cm, Hardcover, Fadenheftung, Englisch, 262 Seiten, Oxford University Press, ISBN 978-0-19-968907-1; 95.- £

Nachdem vor mehr als 80 Jahren H. SOLEREDER und F. J. MEYER die “Systematische Anatomie der Monokotyledonen” veröffentlichten, gibt es nun wieder eine Ausarbeitung zum gleichen Thema, jetzt aber speziell zur Struktur in der Familie der Orchidaceae. Etwa 30 Jahre lang hat der Autor sich mit diesem Thema ausführlich beschäftigt und zusätzlich Ausarbeitungen anderer Autoren akribisch zusammengetragen.

Um der Bearbeitung einen Rahmen zu geben, richtete sich der Autor nach der Einteilung bzw. Rangordnung in “Genera Orchidacearum” (PRIDGEON et al. 1999-2014). Das Buch beginnt wie üblich bei Ausarbeitungen dieser Art mit der Beschreibung von Material und Methoden. Die Einführung in die Familie der Orchidaceae ist von Alec M. PRIDGEON. Er gibt einen Überblick über Themengruppen wie Verbreitung, Habitate, vegetative und reproduktive Morphologie, Mykorrhiza, Vererbung und Bau der Zellen, wirtschaftliche Bedeutung, Geschichte der Taxonomie, Abstammungslehre, Verwandtschaft, diverse anatomische Objekte und anatomische Literatur. Hier alle behandelten Punkte aufzuzählen würde zu weit führen.

Der Schwerpunkt dieser Ausarbeitung liegt, wie der Titel aussagt, bei der Beschreibung der vegetativen Anatomie der Orchidaceen. Den Anfang macht die Subfamilie der Apostasioideae. Untersucht und beschrieben sind die Blattoberflache, Querschnitte des Blattes, des Stammes, der Luftwurzel, der Wurzel im Pflanzstoff, der Knolle bzw. des Speicherorgans. Die Untersuchungen werden zusätzlich durch mikroskopische Abbildungen und Zeichnungen belegt. Das untersuchte Material wird angeführt und entsprechende Literaturstellen auch anderer Autoren zitiert. Bemerkungen zu taxonomischen Besonderheiten bilden den Abschluss. Die weiteren Subfamilien mit den Unterteilungen in Tribus und Subtribus folgen und werden in jeweils gleicher Verfahrensweise behandelt.

Neben einem Index beschießt ein ausführliches Literaturverzeichnis diese Ausarbeitung, die nicht nur für an Anatomie Interessierte von besonderer Bedeutung ist. Auch Studenten, Botaniker allgemein und begeisterte Orchideenfreunde, die etwas tiefer in diese Materie einsteigen möchten, finden hier eine Zusammenstellung vor, die ihnen das sonst mühevolle Suchen abnimmt.

Das Buch ist in der D.O.G.-Bibliothek vorhanden.


Blühende Mini-Moore – Für Garten, Terrasse und Balkon

Alles lesen Am um 18:57 veröffentlicht

199 Seiten, 228 farbige Abbildungen, Zeichnungen, Format 21 × 28 cm, Hardcover, Fadenbindung, Natur und Tier-Verlag GmbH, Münster, ISBN: 978-3-86659-231-5; 29,80 EURO

Moore entstehen weltweit überall dort, wo Wasser im Überfluss vorhanden ist und das Klima die Ausbildung torfbildender Vegetation begünstigt. So beginnt hier der Überblick über die Entwicklungsgeschichte und Verbreitung von Mooren. Der Autor, einer der besten Kenner der Materie im deutschen Sprachraum, stellt die verschiedenen Moortypen vor, ehe er auf sein Hauptanliegen zu sprechen kommt, nämlich die Planung und die Herstellung eines künstlichen Moores.

Die Hinweise und Tipps, die bei einem künstlichen Moor zu beachten sind, kommen von einem Fachmann, der sich schon viele Jahre mit dieser Thematik beschäftigt hat und daher aus seinem großen Erfahrungsschatz schöpfen kann. Standort, Größe, Form, Abdichtungsmaterial, Wasserspeicher, Zeitpunkt des Baubeginns, Auswahl des Torfes, geeignete Pflanzen, alle diese Schritte und Punkte werden ausführlich erklärt, betrachtet und in Wort und vor allem auch mit entsprechendem Bildmaterial vorgestellt. Mini-Moore in allen Größen und Formen für Balkon oder Terrasse werden im Bild auch mit Bauanleitungen dokumentiert, ebenso Teich- und Moorkombinationen. Die Hälfte des Buches besteht aus Abbildungen und Pflegehinweisen für eine geeignete Bepflanzung, wozu auch etliche Orchideen gehören.

Ein eigenes Kapitel ist der Vermehrung durch Aussaat und der Weiterkultivierung der Sämlinge, der Teilung, Methoden der Stecklings- und Absenkergewinnung gewidmet. Auch die asymbiotische Vermehrung der Orchideen wird ausführlich dargestellt. Pflegemaßnahmen besonders im Herbst und Schädlingsbekämpfung sowie Frostschutz werden behandelt.

Den Schluss bildet ein Verzeichnis botanischer und deutscher Pflanzennamen, das gleichzeitig das Inhaltsverzeichnis darstellt, sowie ein Glossarium.

Ein sehr gut gestaltetes und mit vielen hervorragenden Bildern versehenes Buch, das nicht nur für Liebhaber von Moorpflanzen interessant ist, sondern auch Pflanzenfreunde allgemein und Orchideenfreunde in Besonderen anspricht.

Das Buch ist in der D.O.G.-Bibliothek vorhanden.


Aerangis – Exquisite African orchids to discover, identify and grow (2014)

Alles lesen Am 4. September 2014 um 19:09 veröffentlicht

Format 26 × 20 cm, Hardcover, Fadenheftung, 200 Seiten, 150 farbige Abbildungen, 40 Zeichnungen, Englisch, Timber Press, Portland & London, ISBN 13: 978-1-60469-562-5; bis das Buch in den Handeln kommt, steht Interessenten eine limitierte, verbilligte Auflage unter www.aerangisbook.com für £50/$95 zur Verfügung, eine Ersparnis von £10/$15 gegenüber dem regulären Preis.

Nachdem vor 35 Jahren die englische Botanikerin Joyce STEWART eine Zusammenstellung der afrikanischen Arten der Gattung Aerangis veröffentlicht hatte, ist nun wieder eine überarbeitete Edition dieser Gattung erschienen. Die Autorin dieser Ausarbeitung, Isobyl F. LA CROIX, studierte Botanik an der Universität in Edinburg und lebte zusammen mit ihrem Mann fast 20 Jahre in Afrika. Hier entdeckte sie ihre Liebe zu Orchideen, speziell zur Gattung Aerangis. Und hier entwickelte sich auch ihre Freundschaft zu Joyce STEWART, der sie die vorliegende Ausarbeitung widmet.

Die Arbeit basiert auf der Übersicht von Joyce STEWART “A Revision of the African Species of Aerangis” veröffentlicht in “Kew Bulletin” Vol. 34(2), 1979 und wird um all jene Arten erweitert, die seit dieser Zeit entdeckt und neu beschrieben wurden. Den Ausführungen vorangestellt ist eine alphabetische Aufzählung der Länder Afrikas mit den dort gefundenen Arten der Gattung gefolgt von einer kurzen Zusammenfassung ihrer Entstehungsgeschichte. Zurzeit zählen 31 Arten aus dem kontinentalen Afrika und 27 aus Madagaskar und den Inseln im Indischen Ozean (Komoren, Réunion) zur Gattung, wobei keine der Arten in beiden Regionen gleichzeitig vorkommt. Ein allgemeiner Überblick über die Gattungsmerkmale, ein Schlüssel zur Gattung sowie jeweils ein besonderer Schlüssel für die afrikanischen und die madegassischen Arten erleichtert den Kultivateuren die Zuordnung ihrer Pflanzen.

Habitat, Klima und Verbreitung der Gattung allgemein werden ausführlich dargestellt und zusätzlich mit Fotos veranschaulicht. Gefährdung und Schutz sind ein weiteres wichtiges Thema, auf das die Autorin eingeht und, wie nicht anders zu erwarten, sie macht Kulturvorschläge; denn sie hat selber Arten dieser Gattung gepflegt.

Alle 31 afrikanische Arten werden dann in alphabetischer Reihenfolge ausführlich analysiert und teilweise mit ihren Synonymen angegeben. Die Zeichnungen dazu sind zum Teil den Veröffentlichungen von Joyce STEWART entnommen. Die seit dieser Zeit hinzugekommenen neuen Arten werden mit den Originalzeichnungen der Neubeschreibungen wiedergegeben. Neben einigen Abbildungen von Herbarbögen liefert die Autorin Erläuterungen zu Habitat, Verbreitung, Kultur, Blütezeit soweit bekannt, sonstige Bemerkungen, Geschichte der Art, Etymologie, ausführliche Textbeschreibung und besonders erwähnenswert ein oder mehrere Fotos, die das Identifizieren erleichtern.

Auf die gleiche Art werden die Arten aus Madagaskar und den Komoren behandelt nur leider werden uns hier lediglich für wenige Arten Zeichnungen zur Verfügung gestellt. Sechs der hier vorgestellten Arten sind bedauerlicherweise ohne fotografische Abbildung, weil weder aus der Natur noch von kultivierten Pflanzen Fotos existieren.

Am Schluss der Ausarbeitung werden einige intergenerische sowie ifragenerische Hybriden aufgelistet und teilweise im Bild vorgestellt ferner drei Spezies von denen man vermutet, dass es Naturhybriden sind. Das Werk schließt mit einem Glossarium und dem Index. Einen Wermutstropfen gibt es aber: Die originalen Erstbeschreibungen sind nicht zitiert. Zwar mit der Begründung, dass man die leicht im Internet finden kann, aber, das bedeutet zusätzlichen Aufwand.

Für Freunde afrikanischer Orchideen ist diese Ausarbeitung eine willkommene Fundgrube und Unterstützung; denn hier sind an einem Ort alle wichtigen Informationen zu Gattung und Arten zusammengetragen. Ganz besonders zu begrüßen sind die vielen fotografischen Beiträge.


Orchideenwanderungen im Schweizerischen Nationalpark

Alles lesen Am um 19:08 veröffentlicht

169 Seiten, zahlreiche Farbaufnahmen, kartoniert, haltbare Fadenhaftung, 10,5 × 15 cm, ISBN 978-3-9523218-9-8; zu beziehen durch den Buchhandel oder beim Verlag www.wartmann-natuerlich.ch, 15,-EURO.

Der Schweizerische Nationalpark, im Engadin gelegen, feiert in diesem Jahr am 01. August sein hundertjähriges Bestehen. Zu diesem Anlass kommt der Naturführer gerade richtig. Sein Ziel ist es, die Besucher nicht nur auf die zoologischen Besonderheiten aufmerksam zu machen, sondern die kleinen Kostbarkeiten am Wegesrand ins richtige Licht zu rücken. Und zweifellos gehören dazu die Orchideen. Mit deren Biologie und Lebensweise macht das Buch den Leser zuerst bekannt und stellt dann die einzelnen Arten sowohl mit jeweils einigen Bildern als auch mit beschreibendem Text vor, gut verständlich und mit ausführlichen Erläuterungen zum Habitus und zum Standort. 16 verschiedene Orchideenarten sind im Nationalpark am Wegrand zu finden, folgt man den Autoren. Wegrand ist in des Wortes wahrster Bedeutung gemeint; denn der Park darf ausschließlich auf dem 80 km gut markierten Wegenetz begangen werden. Und trotzdem versprechen sie, dass der Orchideenfreund auf seine Kosten kommt und auch genügend Möglichkeiten zur Fotografie findet.

Der zweite Teil des kleinen Wanderführers gibt Vorschläge für mehrere Wandertouren, gestaffelt nach Schwierigkeitsgraden mit Start und Ziel, Länge, Wanderzeit und ausführlichen Angaben, was man zu welcher Jahreszeit dort blühend sehen kann. In diesem Teil der Beschreibung kommen nicht nur die Orchideen, sondern auch andere Pflanzen und Kleintiere zum Zuge.

Ein sehr handliches, kleines Werk für die Jackentasche. Genau das, was man beim Wandern unbeschwert mitführen kann.
Das Buch ist in der D.O.G.-Bibliothek vorhanden.

Irene Bock, Naumburg


Orchid Bibliography; Orchideen-Bibliographie (2013)

Alles lesen Am um 19:07 veröffentlicht

Vollständiger Titel: Orchid Bibliography; Publications by members of the Orchid Society Kurpfalz e. V., including the numerous publications of Karlheinz Senghas; Index of the recorded literature until 2011;
Orchideen-Bibliographie; Veröffentlichungen der Mitglieder der Orchideen-Gesellschaft Kurpfalz e. V., einschließlich der zahlreichen Veröffentlichungen von Dr. Karlheinz Senghas; Verzeichnis der erfassten Orchideen-Literatur bis Ende 2011

561 Seiten, Deutsch/Englisch, Hardcover, Fadenheftung, ISBN 978-3-9814628-3-8, das Buch ist für 59,95 € (DE-Preis, inkl. 7% MwSt.) bei Agrar Media oder über den Buchhandel erhältlich.
Seit über 40 Jahren beschäftigt sich der Autor mit Orchideen. Daraus ergab sich für ihn zwangsläufig die Notwendigkeit der Beschäftigung mit entsprechender Literatur; denn die optimale artgerechte Pflege von Orchideen bedarf ständiger Informationen und Weiterbildung, um diese Pflanzen zu erhalten, zu schützen und zu vermehren. Fachbücher, Einzelveröffentlichungen, Zeitschriften – es gibt weltweit eine Fülle davon – werden in den Bibliotheken der einzelnen Orchideen-Gesellschaften zusammengetragen. Sie sollten aber nicht nur archiviert sondern auch genutzt werden. Und so stellte sich der Autor einer Fleißaufgabe, die ihresgleichen sucht, der möglichst vollständigen Sammlung aller schriftlichen Veröffentlichungen der Mitglieder der Orchideen-Gesellschaft Kurpfalz e. V. Dieser Orchideen-Gesellschaft gehörte bis zu seinem Tode im Jahre 2004 ein bedeutender deutscher Orchideenspezialist an, Dr. Karlheinz Senghas, Kurator und später wissenschaftlicher Direktor des Botanischen Gartens der Universität Heidelberg. Mit auf seine Initiative hin ist diese Literaturzusammenstellung zurückzuführen. Seine zahlreichen Schriften, er war ein äußerst produktiver Autor, wurden hier in einem Verzeichnis zusammengestellt. Darüber hinaus sind die Veröffentlichungen der Mitglieder der Landesgruppe Kurpfalz der Deutschen Orchideen-Gesellschaft, später Orchideen-Gesellschaft Kurpfalz e. V., hier zusammengetragen worden, um diese Informationen aus etwa 50 Jahren der gesamten deutsch- und englischsprachigen Orchideenwelt zur Verfügung zu stellen.
Die Suche nach bestimmten Orchideengattungen und -arten, -unterarten, -hybriden, nach Personen wie Gärtnern, Autoren, Züchtern, Gärtnereien, nach Standorten, Regionen, Ländern und Konmtinentren, nach häufig benutzten Begriffen aus dem Bereich der Kultur und Pflege, Physik, Chemie, Geografie, Geologie, Klima, nach Bildunterschrifetn etc. soll erleichtert werden. Alle Suchbegriffe sind alphabetisch aufgeführt und mit Zahlen versehen. Diese Zahlen in Verbindung mit den dazugehörigen Schlagworten führen zu der Literatur, die in dem erstellten Verzeichnis erfasst wurde.
Diese Zusammenstellung ist gleichermaßen für Orchideenfreunde und –liebhaber wie auch für Fachleute und Wissenschaftler äußerst hilfreich und eine signifikante Arbeitserleichterung. Sie sollte in keiner Bibliothek fehlen.

In der D.O.G.-Bibliothek zur Einsicht vorhanden.


Schädlingsbekämpfung bei Orchideen (2014)

Alles lesen Am um 19:06 veröffentlicht

28 Seiten, DIN A4, 63 Farbbilder, Klammerheftung, Zu beziehen über den Verfasser Dr. Wolfgang ERMERT, Am Hangelberg 4 b, 89250 Senden; 10,- €

Eine Zusammenstellung von Schädlingen, die Orchideen gefährlich werden und deren Bekämpfung. Tierische Schädlinge, Bakterien, Pilze und Viren machen manchem Orchideenfreund und –gärtner das Leben schwer. In dieser Schrift wird uns kurz und bündig Hilfe an die Hand gegeben. Zahlreiche Abbildungen erleichtern die Identifizierung des Schadbildes. Schwierig wird es trotz allem bei Pilz-, Bakterien- und Virusbefall, da sich die Krankheitsbilder ähneln. Und selbstverständlich muss zuerst die Ursache des Schadens eindeutig bestimmt werden, um erfolgreich ein Mittel zur Bekämpfung einzusetzen.
Zahlreiche Abbildungen erläutern die knapp gehaltenen Texte und Tipps. Die Zusammenstellung schließt mit Tabellen über Wirkstoffe (Insektizide) zur Bekämpfung tierischer Schädlinge und Fungizide gegen Pilzerkrankungen.
Die Handreichung ist in der D.O.G.-Bibliothek vorhanden.


The orchids of Cuc Phuong National Park

Alles lesen Am um 19:00 veröffentlicht

Illustrated Guide, English, eBook, Moorland eBooks; ISBN 9781626751514

Cuc Phuong National Park is the oldest national park in Vietnam. Das Gebiet, etwa 100 km SSW von Ha Noi, wurde 1960 unter Naturschutz gestellt und 1962 zum Nationalpark erklärt. Der überwiegende Teil besteht aus einer sanften Hügellandschaft, gebildet aus Kalksteinhügeln in etwa 150-600 m Höhe über dem Meeresspiegel, südlich des nördlichen Wendekreises. Im NW besteht ein Teil der Region aus einer Karstlandschaft mit Anhöhen biszu 1500 m. Das Klima ist geprägt durch den Monsun mit heißen feuchten Sommern und trockenen relativ kühlen Wintern.

Die Orchideen zählen in dieser Region nach den Fabaceae (Hülsenfrüchtler oder Schmetterlingsblütler) zur zweitgrößten Pflanzenfamilie mit 56 dokumentierten Gattungen und 110 Arten. Das repräsentiert nach Schätzungen etwa60-70 % der hier vorkommenden Arten. Tropische immergrüne breitblättrige Tieflandwälder, reich an epiphytischen Farnen und Orchideen, bilden die typische Vegetation. Die Orchideenhabitate, früher sicherlich sehr reichlich besetzt, sind durch Abholzung und Waldbrände dramatisch dezimiert und meist nur noch auf alten, riesigen Bäumen zu finden, auf den Resten des Primärwaldes oder in tiefen, schattigen, steilen Schluchten, die ein Abholzen nicht zuließen. Nur noch wenige kleine Stellen sind mit Primärwald bewachsen. Ackerland, Weiden und buschiger Sekundärwald haben den ursprünglichen Wald abgelöst.

Mit Hilfe eines Schlüssels sind die Gattungen zu identifizieren. Alle gefundenen 56 Gattungen und Arten werden in alphabetischer Ordnung angegeben. Für jedes Taxon ist der korrekte Name angeführt und die für Vietnam gebräuchlichen Synonyme. Für jede Gattung ist die Artenzahl weltweit aufgeführt sowie die Anzahl der in Vietnam vorkommenden Arten. Jede Art ist mit untersuchten Exemplaren, mit einer kurzen morphologischen Beschreibung, der geografischen Verbreitung, Bemerkungen zu Taxonomie, Blütezeit und möglichen Verwendung angegeben. Die meisten Arten sind sowohl mit einer farbigen Abbildung, die bei Vergrößerung leider sehr an Qualität verliert, als auch mit einer Schwarz-Weiß-Zeichnung dokumentiert. Gattungen mit mehreren Arten haben einen eigenen Schlüssel zur Artbestimmung. Äußerst hilfreich sind die Zeichnungen auf den Tafeln 19-30. Sie stellen morphologische Termini über Habitate, Infloreszenzen, Subfamilien, Blatt- und Blütenblattformen und -spitzen bildlich dar. Das Werk schließt mit einem Glossarium der Orchideenidentifikationsterminologie und einem Literaturverzeichnis.

Das eBook wird von online Geschäften zu unterschiedlichen Konditionen zur Verfügung gestellt und kann über die nationale und internationale Onleihe aus digitalen Bibliotheken ausgeliehen werden. Die “Onleihe” ist Deutschlands führende Ausleihplattform für digitale Medien und ist ideal für mobile Endgeräte wie Tablets, iPads, iPhones und Android-Smartphones.


With Strange Device; A history of the Discovery of Tropical Australia’s Orchids

Alles lesen Am um 18:48 veröffentlicht

104 Seiten, zahlreiche Farb und S/W-Illustrationen, Softcover, 295 × 205 mm,. Australian Orchid Foundation, Buderim, ISBN 978-0-646-90594-5. Zu bestellen beim Autor zum Preis von 32,- A$ plus Versandkosten, Kontakt: lavarack@westnet.com.au

Die botanische Geschichte der tropischen australischen Orchideen beginnt mit der legendären Reise von Kapitän COOK. An Bord seines Schiffes Endeavour waren zwei Naturforscher, Joseph BANKS und Daniel SOLANDER, die im Jahr 1770, die ersten drei Orchideenarten, aus dem tropischen Australien sammelten. Alle drei waren zufällig Dendrobium-Arten. Jetzt, zweieinhalb Jahrhunderte später, wird die Anzahl der Orchideenarten aus diesem Teil Australiens mit ca. 260 angegeben. In seinem sorgfältig recherchierten Buch erzählt Bill LAVARACK die Geschichte ihrer Entdeckung. LAVARACK ist selbst einer der herausragenden Personen, die neue Orchideen in der Region entdeckt haben. Er hat mehrere anstrengende Exkursionen in Queensland unternommen, wo die Mehrheit der tropischen australischen Orchideen zu finden ist. Durch sein Fachwissen über australische Orchideen, ist er idealerweise geeignet, über das Hauptthema des Buches zu schreiben.

In chronologischer Reihenfolge hören wir über Menschen, die die tropischen Orchideen Australiens entdeckten und über Botaniker, die sie beschrieben. In den Tropen Orchideen zu sammeln, ist nie ein Parkspaziergang, jedoch im 19. Jahrhundert kam es einem Selbstmordkommando gleich. Die Kennedy-Expedition von 1848 zur Kap-York-Halbinsel, die hier teilweise ausführlich beschrieben ist, ist ein grauenhaftes Beispiel. Von dreizehn Teilnehmern kamen nur drei lebend zurück, die anderen erlagen Krankheiten, Hunger und den Speeren der Aborigines. Unter den Überlebenden war William CARRON, der Botaniker der Expedition, aber seine Sammlungen gingen verloren.

LAVARACK merkt an, dass viele australische Orchideen heute andere Namen haben, als zu Zeiten CARRONS. Eine der Arten, die er wahrscheinlich gesammelt hatte, wurde viel später von LAVARACK und CRIBB als Dendrobium carronii beschrieben. Die meisten Sammler hatten mehr Erfolg als CARRON und viele fanden Arten, die während ihres Lebens nach ihnen benannt wurden. Trotz all ihrer Aktivitäten überrascht es, dass noch vor Kurzem einige gut bekannten Arten gefunden wurden. Allerdings wurden während der letzten Jahre zusätzlich nur wenige epiphytische Arten entdeckt. So scheint es, dass unser Wissen über diese Gruppe inzwischen ziemlich abgeschlossen ist.

With Strange Device (Mit seltsamen Mitteln – der seltsame Titel wird in dem Buch erläutert) ist gut illustriert mit den Porträts der Sammler und beteiligten Botaniker und natürlich auch mit Fotos und Abbildungen vieler Orchideen, die sie gefunden und beschrieben haben. Einige Fotos haben durch die Digitalisierung gelitten, aber der größte Teil ist mehr als ausreichend. Dies ist kein Bildband, jedoch ein Buch, das man der Information wegen liest. Wenn Sie an australischen Orchideen interessiert sind, fügt es Ihrem Wissen eine zusätzliche Hintergrundinformation hinzu, da es den Fokus auf die Menschen hinter den Namen lenkt, die mit diesen Orchideen verbunden sind. Berühmte Namen in diesem Zusammenhang sind Joseph BANKS, Robert Brown und Ferdinand von MUELLER, aber auch weniger bekannte, wie etwa John DALLACHY, Walter HILL, Hugo FLECKER und viele andere.

Im Anhang wird jede Art mit dem Datum ihres Erstfundes im tropischen Australien und dem Name des Sammlers aufgeführt. Die Nomenklatur ist meist auf dem neuesten Stand. Eine potenzielle Quelle für Missverständnisse ist jedoch, dass LAVARACK oft aufzeigt, dass eine Art ursprünglich mit einem anderen Namen bezeichnet wurde, aber er unterscheidet nicht immer deutlich zwischen falschen Identifizierungen und taxonomischen Synonymen.

Zwar gibt es auf S. 73 eine Karte von der Kap-York-Halbinsel, jedoch wäre es schön, eine Karte des gesamten tropischen Australiens zu haben, auf der die wichtigsten der im Text erwähnten Fundorte vermerkt sind.
Trotz dieser spitzfindigen Kritik ist das Buch jedem wärmstens zu empfehlen, dessen Interesse über die Grundkenntnisse der Pflege und Bewunderung an australische Orchideen hinausgeht.


The Classic Cattleyas

Alles lesen Am 25. August 2014 um 19:39 veröffentlicht

251 Seiten, 12 SW-Abbildungen, ca. 160 Farbbilder; Hardcover, Fadenheftung, 19 x 27 cm, Englisch; Timber Press, The Haseltine Building, 133 S.W. Second Avenue, Suite 450, Portland, Oregon 97204-3527, U.S.A.; ISBN 13: 978-0-88192-764-1; 35,— engl. Pfund

Nach recht ausführlicher Schilderung über die Einführung tropischer Orchideen in Europa, speziell der Gattung Cattleya und deren Publikationen in wertvollen, prächtig aufgemachten Verkaufskatalogen wenden sich die Autoren der Geschichte zu, die diese Gattung in den Vereinigten Staaten genommen hat. KNUDSON wird beleuchtet und seine bahnbrechenden Aussaatexperimente, die Gründung der AOS im Jahr 1922 und bedeutende nordamerikanische Orchideengärtnereien bis hin zu der revolutionierenden Methode der Gewebekultur.

Die klassischen Cattleyen sind nach Meinung der Autoren jene großblütigen Arten mit ungeteilter Lippe: Cattleya labiata, maxima, mossiae, warsziwiczii, lueddemanniana, trianae, warneri, quadricolor, dowiana, eldorado, mendelii, percivaliana, gaskelliana, lawrenciana, schroederae, rex, jenmanii. Und sie zählen noch die brasilianischen Arten dazu, die bis 2002 in die Gattung Laelia eingeschlossen waren, früher zur Gattung Cattleya gehörten: Cattleya crispa, perrinii, lobata, grandis, purpurata und tenebrosa. Nachdem sich herausgestellt hat, dass diese den mexikanischen Laelien nicht so nahe stehen und dieser Gattung nicht zugerechnet werden können, befinden sich diese Arten nach Aussage der Autoren taxonomisch in einem ‘verwaisten Zustand’. Morphologisch sind sie bis auf sie Anzahl der Pollinien den Cattleyen ähnlich.

Jede der genannten Arten wird mit vielen Farbformen abgebildet, mit ausführlichen Erklärungen zu Standorten und Kulturansprüchen vorgestellt und spannend wird ihre Geschichte dokumentiert, sodass man sich manches Mal in eine Zeit zurückversetzt fühlt, in der das Sammeln und auch das Kultivieren von Orchideen noch ein richtiges Abenteuer war.

Ein spezielles Kapitel befasst sich mit der Hybridisierung und berühmten Kreuzungen. Es schließt sich eine Betrachtung über Cattleyen in der Kunst an und eine ausführliche Beschreibung von Kultur mit all ihren Fragen wie: Temperatur, Licht, Wasser, Umtopfen etc…Last not least das wichtige Kapitel über Krankheiten wird sehr Datenfilter mit gutem Bildmaterial dargestellt. Für Cattleyenliebhaber ist dieses Buch eine wahre Fundgrube, die sie immer wieder zurate ziehen werden.


The New Encyclopedia of Orchids -1500 Species in Cultivation

Alles lesen Am um 19:36 veröffentlicht

524 Seiten, 1014 farbige Abbildungen; Hardcover, Fadenheftung, 22,5 x 28,5 cm, Englisch; Timber Press, The Haseltine Buildung,133 S.W. Second Avenue, Suite 450, Portland, Oregon 97204-3527, USA; ISBN-13: 978-0-88192-876-1; £ 45,-

Eine neue Enzyklopädie, wie schon der Titel sagt, wurde von der Autorin erstellt; dieses Mal aber nicht nur mit dem Schwerpunkt, Orchideen und deren Kultur bekannt zu machen, sondern auch mit dem Versuch, die Namen der in Kultur befindlichen Orchideen den Veränderungen anzupassen, sie auf den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Bezeichnungen zu bringen. Hybriden sind nicht berücksichtigt.

Nach kurzer Betrachtung zu Kultur und Kulturmethoden, Krankheiten und Schädlingen sowie Schutz und Vermehrung beginnt das Orchideen-ABC. Die vorgestellten 350 Gattungen sind nicht nach Zusammengehörigkeit sondern alphabetisch geordnet. Zu jedem Gattungsnamen werden Autor (leider ohne Literaturquelle), Tribus und Subtribus, Etymologie und Verbreitung genannt. Es folgt eine kurze Gattungscharakterisierung und Hinweise zur Kultur. Einige Arten innerhalb der Gattungen werden ebenfalls mit Autorennamen erwähnt (leider ebenfalls ohne Literaturhinweis), teilweise mit einigen ihrer Synonyme, kurzer Artbeschreibung und Angaben zur Verbreitung. Bedauerlicherweise sind die angegebenen Arten nur teilweise abgebildet. Daher ist eine Identifikation anhand des sehr knapp gehaltenen Textes leider nicht immer möglich. Ein Glossarium, Literaturangaben und Index beenden das Buch.

Als Nachschlagewerk ist diese Ausarbeitung eine Fortsetzung ähnlich konzipierter Vorgänger wie “The Manual of Cultivated Orchid Species (Orchideenatlas)” von BECHTEL, CRIBB, LAUNERT oder “The Illustrated Encyclopedia of Orchids” von PRIGDGEON“. Beide genannten Werke sind nicht mehr lieferbar, so kommt diese neue Bearbeitung wohl zu einem günstigen Zeitpunkt auf den Markt.


Orchids – The Pictorial Encyclopedia of Oncidium

Alles lesen Am um 19:29 veröffentlicht

147 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen; Hardcover, Fadenheftung, 25 x 34 cm, Englisch
ZAI Publishing, Quito, Ecuador
ISBN: 0-9661344-3-5

Die zweite überarbeitete und ergänzte Auflage des 1997 von den gleichen Illustratoren und Autoren herausgegebenen Buches “The Pictorial Encyclopedia of Oncidium” liegt hiermit vor. Zum großen Teil sind die gleichen Zeichnungen wieder verwendet worden, einige neue sind dazugekommen. Leider muss immer noch eine Anzahl gezeichneter Blüten ohne Namen bleiben; denn die Gattungen und Arten um Oncidium sind so zahlreich und dabei so ungeheuer variabel, dass sie nicht alle identifiziert werden können.

In etwa natürlicher Größe sind mehr als 800 Pflanzen- und Blütenportraits von Oncidium und verwandten Gattungen abgebildet. Dieses Werk lebt von den sehr akkurat wiedergegebenen farbigen Zeichnungen. Die Variationsbreite der abgebildeten Blüten einer Art ist oft überraschend groß. Nur kurze erklärende Texte von Mark CHASE zu Herkunft und Klimazonen verbinden die vielfältigen und oft recht variablen Arten einer Gattung.

Am Ende des Buches betrachten verschiedene Autoren ebenso auch M. CHASE die einzelnen Pflanzengruppen. Sie geben Informationen zu wissenswerten Details wie Geschichte, Höhenangaben, Klima, Verbreitung, vegetative – und Blütenmerkmale sowie Kultur.

Nicht nur ein interessantes ‘Bilderbuch’ sondern auch eine Möglichkeit zur Identifikation der kultivierten Oncidien und Verwandten ist hiermit gegeben. Allerdings muss man bedenken, dass die teilweise sehr kleinen Blüten aus diesem großen Verwandtschaftskreis bei dem Abbildungsmaßstab ‘natürliche Größe’ nur entsprechend winzig wiedergegeben und indes schwer wiedererkannt werden können.