Singchia malipoensis
Foto: Matthias Wystub
Cleisocentron malipoense - Blüte
Autor/in:
Matthias Wystub
Veröffentlicht:
08.02.2021
Synonyme:
Cleisocentron malipoense

Die beiden chinesischen Botaniker und Orchideenkenner Zhong Jian LIU und Li Jun CHEN stellten im Jahre 2009 die Gattung Singchia Z. J. Liu & L. J. Chen auf mit der Typusart Singchia malipoensis, die sie in "Photo Intro Vandoid Orchid Genera in Asia" erstmals beschrieben. Der Taxonom Rod RICE überführte die Art 2018 in die Gattung Cleisocentron. So lautet der anerkannte Name seitdem Cleisocentron malipoense, Singchia malipoensis gilt als Synonym.

Entdeckt hatten LIU und CHEN die Pflanzen in der chinesischen Provinz Yunnan im Kreis Malipo auf den Ästen von Bäumen in Höhenlagen von ca. 1000 m.

Foto: Matthias Wystub
Cleisocentron malipoense, Infloreszenz im Februar 2021

Cleisocentron malipoense wächst monopodial, ihr Habitus ist mit dem von Vanda (Syn. Neofinetia) falcata vergleichbar.

Meine Pflanzen haben eine Höhe von ca.14 cm und eine Blattlänge von ca. 10 cm. Die Blätter sind dunkelgrün und fest, bei hoher Sonneneinstrahlung oder intensivem Zusatzlicht bekommen sie rote Ränder und rote Punkte, was für die Pflanzen aber kein Problem darstellt.

Die Blütentriebe entwickeln sich bei mir ab November bis in den Dezember hinein, um dann von Dezember bis Januar zu blühen.

Der diesjährige Blütentrieb hatte eine Länge von 5 cm und entwickelte 16 Blüten, die eine Größe von ca. 8 mm × 5 mm haben.

Die Blütenfarbe ist weiß, die säulenförmige Lippe fest und – anders als bei Vanda falcata – in einer Linie mit dem oberen Sepalum, d. h. sie steht nicht im 90°-Winkel nach vorne. Der Kallus an der Lippe ist intensiv lila gefärbt.

Duft konnte ich an den kleinen Blütchen nicht feststellen.

Foto: Matthias Wystub
Habitus von Cleisocentron malipoense, März 2018

Ich kultiviere Cleisocentron malipoense ganzjährig auf meiner Badezimmerfensterbank sehr hell und nicht ganz so warm bei ca. 20 °C.

Meine Pflanzen sitzen in einem durchsichtigen 6er-Töpfchen, gefüllt mit mittelgrober Pinienrinde und einem kleinen Anteil von handelüblichem Tongranulat, sodass die Wurzeln nach dem Tauchen wieder schnell abtrocken können.

Gedüngt wird im Sommer 14-tägig mit bis zu 300 µS. Ich tauche die Pflanzen je nach Bedarf und Abtrocknung der Wurzeln einmal pro Woche. Im Sommer werden sie, gerade wenn es draußen sehr heiß ist, zwischendurch auch mal zusätzlich gegossen.

Ich erwarb meine Pflanzen im März 2018 bei einem Orchideenhändler als Singchia malipoensis. Im Töpfchen befanden sich drei kleine Pflänzchen, von denen die größte zu diesem Zeitpunkt schon blühte. Ich fand die kleinen filigranen Blütchen sehr ansprechend, da sie bei direkter Sonneneinstrahlung glitzern und mit ihrem »Säckchen« einfach etwas Besonderes sind.

Foto: Matthias Wystub
Die gleiche Pflanze drei Jahre später, im Februar 2021

Die große Pflanze blüht bei mir zuverlässig jedes Jahr, die mittlere, die auch noch übriggeblieben ist, entwickelt im Moment unter Zusatzlicht ihren ersten Blütentrieb.

Ich empfinde Cleisocentron malipoense als nicht zu anspruchsvoll und würde mir wünschen, sie öfters in Kultur zu sehen, da sie durch ihre Größe auch nicht viel Platz beansprucht und (fast) überall dazwischenpasst.


Foto: Matthias Wystub
Die Knospen von Cleisocentron malipoense haben eine eigenwillige Form.