Phalaenopsis hieroglyphica
Foto: Matthias Wystub
Phalaenopsis hieroglyphica - Einzelblüte
Autor/in:
Matthias Wystub
Veröffentlicht:
20.09.2021

Die Erstbeschreibung von Phalaenopsis hieroglyphica erfolgte 1887 unter dem Namen Phalaenopsis lueddemanniana var. hieroglyphica durch Heinrich Gustav Reichenbach in "Gardeners' Chronicle". Damals wurde sie noch als Varietät von Phalaenopsis lueddemanniana betrachtet, erst 1969 wurde sie durch H. R. Sweet in "American Orchid Society Bulletin" als eigene Art beschrieben.

Die ersten Pflanzen wurden auf den Phillipinen epiphytisch wachsend in Höhenlagen von ca. 500 m über Meereshöhe entdeckt.

Der Name hieroglyphica bezieht sich auf die an Hieroglyphen erinnernde Blütenzeichnung.

Phalaenopsis hieroglyphica wächst monopodial und wird mittelgroß.

Foto: Matthias Wystub
Habitus von Phalaenopsis hieroglyphica

Meine Pflanze hat eine Blattlänge von ca. 20 cm. Die dunkelgrünen Blätter sind ca. 5 cm breit und eher dünnlaubig. Sie vertragen nur wenig direkte Sonneneinstrahlung, zu viel Lichteinwirkung wird schnell durch eine sehr helle Blattfarbe angezeigt.

Die Blütentriebe entwickeln sich bei mir ab Ende Juli bis in den August hinein, um dann von August bis Oktober zu blühen. Sie sind ca. 9 cm lang und mehrjährig. An ihnen entstehen im Folgejahr meist auch wieder neue Knospen. Die drei bis vier wachsartigen Blüten haben eine Größe von ca. 5 x 5 cm, sind beim Aufblühen leicht grünlich, mit zunehmendem Alter wechseln sie in einen cremeweißen Grundton. Die Zeichnung weist einige Reihen verschieden angeordneter rosa bis zimtbrauner Striche auf. Die Lippe ist weiß mit einem rosa Zentrum, die Seitenlappen sind gelb. Auf dem Vorderlappen befinden sich kleine Härchen. Die Pflanze duftet leicht floral, aber nur am späten Nachmittag.

Foto: Matthias Wystub
Detailansicht des behaarten Labellums von Phalaenopsis hieroglyphica

Ich kultiviere meine Phalaenopsis hieroglyphica ganzjährig eher warm bei ca. 22 °C auf meiner Wohnzimmerfensterbank, nicht ganz so hell am Ostfenster mit etwas Morgensonne. Sie sitzt in einem durchsichtigen 12er-Topf gefüllt mit mittelgrober Pinienrinde, gemischt mit einem kleinen Anteil von Tongranulat. Das Substrat sollte gut belüftet sein, damit die Wurzeln nach dem Tauchen auch schnell abtrocken können.

Gedüngt wird im Sommer alle 14 Tage mit bis zu 450 µS/cm. Ich tauche die Pflanze, je nach Bedarf (wenn Wurzeln und Substrat gut abgetrocknet sind), 1x pro Woche. Im Sommer wird sie, gerade wenn es draußen sehr heiß ist, zwischendurch auch mal zusätzlich gegossen.

Foto: Matthias Wystub
Nahaufnahme der Blütentrauben von Phalaenopsis hieroglyphica

Ich habe meine Pflanze 2014 durch Zufall bei einem für Phalaenopsis untypischen Orchideenhändler als Jungpflanze erworben. Wieder einmal hatte ich mit der Jungpflanzenauswahl Glück und die Erstblüte 2015 entsprach genau meinen Vorlieben hinsichtlich  Farbe, Zeichnung und Haltung einer Phalaenopsis hieroglyphica-Blüte. Sie blüht jedes Jahr zuverlässig bei mir.

Ich empfinde sie als nicht zu anspruchsvoll in der Kultur und freue mich jedes Jahr auf die immer unterschiedlich hieroglyphenartig gezeichneten Blüten, die auch sehr lange halten.

Foto: Matthias Wystub
Phalaenopsis hieroglyphica bildet an jeder Infloreszenz mehrere Blüten gleichzeitig aus.