Deutsche Orchideen-Gesellschaft e.V.

D.O.G.-Symposium 2019

Am 12. Oktober 2019 um 20:47 veröffentlicht. Kategorie:
Liparis condylobulbon ‚OrchIDEENgarten‘ erhielt absolut verdient eine Goldmedaille für die herausragende Kultur. Zudem wurde die Art zusätzlich mit einer Silbermedaille in der Kategorie „Miniblüten“ geehrt. Herzlichen Glückwunsch an die Gastgeberin des Symposiums Marei Karge-Liphard. (Foto: Thomas Lehmann)

Am ersten Oktoberwochenende fand traditionell das Symposium der Deutschen Orchideen-Gesellschaft statt. Organisiert und veranstaltet wurde das Event von Marei Karge-Liphard, Inhaberin des OrchIDEENgartens in Dahlenburg. Die westlich am Naturpark Elbhöhen-Wendland gelegene Gärtnerei wird bereits seit über 100 Jahren von der Familie Karge geführt. Seit vielen Jahren schon ist sie Austragungsort für das Symposium Anfang Oktober. Im nächsten Jahr findet es allerdings schon vier Wochen früher statt – also Anfang September – da sich die Bewertungsrichter der Royal Horticultural Society aus Großbritannien zu einem Besuch angekündigt haben. Die Möglichkeit sich während des Symposiums mit Richtern der RHS auszutauschen ist eine einmalige Gelegenheit. Aus diesem Grund war die Verschiebung des Termins natürlich keine Frage.

Knallrote Blüten von Vanda mariae (Foto: Thomas Lehmann)

Am Samstagvormittag, pünktlich um 11 Uhr, hielt Marei Karge-Liphard einen Vortrag über die Gattung Coelogyne mit dem Thema „Coelogyne inlovii – eine Orchideenspezies mit viel Potential und Anziehungskraft“. Da sehr viele skandinavische Besucher im vollbesetzten Feuerwehrhaus anwesend waren, übernahm Christian Mayer die Übersetzung ins Englische. Wie schon in der Einladung zum Symposium erwähnt, existiert die Art Coelogyne inlovii gar nicht. Marei hatte diesen Titel gewählt, weil sie sich nach vielen Jahren Zucht in die Gattung Coelogyne verliebt hat. She is in love with Coelogyne! So erfuhr man denn auch allerlei Wissenswertes und Interessantes aus der Welt der Coelogynen, deren Name sich mit“ Frauenhöhle“ übersetzen lässt. Obwohl diese asiatische Gattung viele unterschiedliche Größen, Farben, Düfte und Formen zu bieten hat, wurden bisher nur wenige Hybriden registriert. Lediglich Marei und ein australischer Züchter haben sich bisher auf die Hybridisierung mit Coelogyne spezialisiert. In den kommenden Jahren werden einige Neuschöpfungen erstmalig zur Blüte kommen.

Marei gelang es mühelos, ihre Zuhörer über eine Stunde lang mit ihren interessanten Ausführungen und Informationen zum Thema zu begeistern. Zum Schluss gab es bei einem kleinen Rätsel noch drei Coelogynen  zu gewinnen. Ganz angesteckt von Mareis Leidenschaft für die Gattung musste ich mir direkt im Anschluss zwei neue Coelogynen aus dem OrchIDEENgarten zulegen…

Nach dem Vortrag plauderte man gemütlich miteinander oder schlenderte durch die Gewächshäuser auf der Suche nach neuen Schätzen für die eigene Sammlung. Die Stimmung war gut und ausgelassen. Die ersten von insgesamt 21 Pflanzen für die Tischbewertung wurden schon angemeldet, vermessen, fotografiert und beschrieben. Eine recht überschaubare Tischbewertung also, die sich nicht bis in die Abendstunden hinzog. Um 13 Uhr nahmen die acht Bewerter und zwei Schüler an den Tischen Platz und der Präsident Bernd Treder eröffnete die Bewertung mit der Kategorie „Botanische Art“. Keine der Pflanzen erreichte eine Goldmedaille – auch in den Kategorien „Hybriden“ und „Blüte“ nicht. Neun der vorgestellten Pflanzen wurden mit Silber ausgezeichnet, die anderen zwölf erhielten allesamt eine Bronzemedaille. Drei Naturformen stachen so hervor, dass sie zusätzlich für die Kategorie „Kultur“ vorgeschlagen wurden. Im Einzelnen waren das:

  • Liparis condylobulbon ‚OrchIDEENgarten‘ – erhielt Gold wegen des hervorragenden Kulturzustands.
  • Cattleya dormaniana ‚Drachenberg‘ – erhielt ebenfalls eine Goldmedaille für die exzellente Kultur.

  • Dendrobium nakaharae ‚Seeve‘ – wurde mit einer Silbermedaille auf Kultur geehrt.
Marei während des Vortrags „Coelogyne inlovii“ – links daneben der Übersetzer Christian Mayer (Foto: Thomas Lehmann)

Nach einer kurzen Kaffeepause mit leckeren Kuchen ging es weiter mit den Kategorien „Hybriden“ und „Blüte“, in denen es keine weiteren Kulturmedaillen gab. Bereits gegen 17 Uhr läutete unser Präsident das Ende der Tischbewertung ein. Im Anschluss wurden noch einige Ergebnisse der Bewertung diskutiert, die ja nicht immer einstimmig zustande kommen. Die Pause, die sich nun bis zum herbstlichen Büfett ergab, wurde wieder für geselliges Beisammensein und Durchstöbern des OrchIDEENgartens genutzt. Sektkorken knallten und die Stimmung steigerte sich – jedenfalls in unserer illustren Runde. Ich gehe aber davon aus, dass auch alle anderen Gäste reichlich Spaß hatten und auf ihre Kosten kamen, bis um 19 Uhr das oben erwähnte herbstliche Büfett eröffnet wurde. Da ich mich einmal komplett durch das gesamte Angebot durchprobiert habe, kann ich sagen, dass alle angebotenen Speisen sehr mundeten. Natürlich tranken wir nicht nur Wasser dazu, sondern schlemmten uns auch durch das flüssige Angebot. Etwas schade war, dass das an die Gärtnerei angrenzende Café im Moment keinen Pächter hat und von der örtlichen Sportgaststätte mitbetrieben wird, die leider schon sehr zeitig schließen musste. Gerne hätten wir noch etwas länger gesessen.

Am Sonntag öffnete der OrchIDEEngarten von 10 bis 13 Uhr seine Pforten und bot so eine letzte Gelegenheit die Gewächshäuser zu durchstöbern. Da wir bereits am Samstag unseren „Einkaufswagen“ voll hatten, kamen wir nur noch dazu, um uns von all den Freunden, Vereinskollegen und Marei zu verabschieden. Schließlich lagen geplante sechs Stunden Autofahrt vor uns, aus denen dank Baustellen und Staus dann siebeneinhalb wurden. Es war aber wieder ein so schönes, informatives und gelungenes Wochenende, dass wir diesen weiten Weg gerne auf uns genommen haben.

Vielen lieben Dank an Marei und das gesamte Team des OrchIDEENgartens für die entspannte Atmosphäre, die gute Organisation und die freundliche Art und Weise, in der ihr uns bei euch aufgenommen habt. Natürlich danken wir auch den angereisten Bewertern, Helfern und anderen Gästen des Symposiums. Jeder Einzelne von euch macht unsere Veranstaltungen zu dem, was sie sind!

Die nächste Veranstaltung der Deutschen Orchideen-Gesellschaft ist die Orchideen-Ausstellung „Orchideen und Wein“, die von der Gruppe Hessen-Nassau organisiert wird! Alle sind herzlich eingeladen vom 01.-03. November in die Autalhalle nach Niedernhausen/Ts. zu kommen, um auch diese Veranstaltung groß werden zu lassen!

Autor: Thomas Lehmann

Dendrobium nakaharae ‚Seeve‘ wurde mit einer Silbermedaille auf Kultur geehrt. Die Pflanze wuchs und blühte auf allen Seiten des bewachsenen Blocks. (Foto: Thomas Lehmann)
Dendrobium nakaharae ‚Seeve‘ (Foto: Thomas Lehmann)
Cattleya dormaniana ‚Drachenberg‘, die zweite Goldmedaille für excellente Kultur – auch hier absolut verdient (Thomas Lehmann)
Cattleya Green Emerald (Foto: Thomas Lehmann)
Masdevallia civilis (Foto: Thomas Lehmann)
Stenoglottis longifolia (Foto: Thomas Lehmann)
Paphiopedilum Mount Sander (Foto: Thomas Lehmann)