Deutsche Orchideen-Gesellschaft e.V.

Orchideen – Schätze aus den Archiven der Royal Botanic Gardens, Kew

Autor(en): CRIBB, Phillip J., GARDINER, Lauren Rezension von: Irene Bock

Übersetzt von Frauke Bahle, 224 Seiten, 24,4 x 31,5 cm, Haupt-Verlag, Bern, 2019; 59,00 €

Das Buch beginnt mit einer kurzen Einleitung zur Familie der Orchideen und zur Geschichte der Botanischen Gärten Kew sowie ihrer kunsthistorischen und lebenden Orchideensammlungen. Das Werk besteht aus einem reich bebilderten Buch mit entsprechenden Texten zu den Abbildungen sowie zusätzlich 40 seitenfüllenden ausgesuchten Bildern namhafter Künstler der vergangenen 250 – 300 Jahre auf separaten Blättern, zusammengestellt in einer stabilen Schmuckbox. Es finden sich Abbildungen von Walter Hood Fitch, Franz und Ferdinand Bauer, John Day, Sarah Drake und anderen Malern/Malerinnen, die diese seinerzeit im Auftrag für bedeutende Serienveröffentlichungen wie z. B. „Edwards’s Botanical Register“, „Curtis’s Botanical Magazine“, „Lindenia: Iconographie des Orchidées“, Warner und Williams „The Orchid Album“ und zahlreiche andere angefertigt hatten.

Vierzig allgemein bekannte Orchideengattungen aus der ganzen Welt werden mit einem kurzen Arten-Querschnitt in historischen Illustrationen vorgestellt und im Text etwas ausführlicher behandelt. Die Autoren gehen sowohl auf die Taxonomie, Biologie, Verbreitung als auch auf die Geschichte und Besonderheiten einiger Arten der vorgestellten Gattungen ein sowie auch auf die Geschichte und Biografie ihrer Entdecker, ihrer Beschreiber und die der Künstler/Künstlerinnen, die sie zeichneten. Gelegentlich fließen Abbildungen der originalen Korrespondenz jener vergangenen namhaften Botaniker oder Auszüge Ihrer Veröffentlichungen in das Werk ein. Alles zusammen ergibt eine spannende Schilderung vergangener Epochen, die man wirklich jedem Orchideenliebhaber empfehlen kann, der nicht nur an der Pflege seiner Pflanzen interessiert ist, sondern auch etwas über die Vergangenheit seiner Schätze erfahren möchte. Und wenn man sich mit den Texten auch nur ein wenig beschäftigt, erscheinen einem die eigenen Pflanzen in einem ganz neuen Licht. Man erfährt, woher sie kamen, auf welchem Wege sie nach Europa gelangten und welche Geheimnisse sie mitbrachten und heute immer noch bergen.