Deutsche Orchideen-Gesellschaft e.V.

Orchidaceae of Ivory Coast

Autor(en): Szlachetko, Darius Rezension von: Wolfgang Rysy

396 Seiten, viele S/W-Zeichnungen, 24 × 17 cm, Englisch, Pappeinband, Fadenheftung; RUIZIA Monografías del Real Jardín Botánico, CSIC, 20, Madrid, ISBN 978-84-00-08725-8

Innerhalb von 6 Jahren ist ein weiteres Buch erschienen, das sich mit der Orchideenflora des afrikanischen Staates Elfenbeinküste beschäftigt. Während der Autor F. PEREZ-VERA seine Kenntnisse der dortigen Orchideen aus erster Hand hat und in seinem Buch (2003) die Beschreibungen auf der Basis lebender Pflanzen vorgenommen hatte (siehe Buchbesprechung in “Die Orchidee” 55(3):279, 2004), basieren die Pflanzenbeschreibungen und die SW-Zeichnungen im vorliegenden Buch ausschließlich auf Herbarmaterial und entsprechenden Literaturangaben. Dementsprechend gibt es mit Ausnahme des Buchumschlagbildes keine Farbfotos, die heutzutage eigentlich Standard sind. Es gibt auch nicht zu jeder beschriebenen Orchideenart eine Zeichnung, obwohl entsprechende Herbarbelege zitiert sind.

Nach dem Inhaltsverzeichnis folgt die Einleitung, die nicht nur aus den geografischen Angaben zur Elfenbeinküste besteht sondern auch aus einer tabellarischen Aufstellung der Orchideenarten für die Elfenbeinküste im Vergleich zum westlich gelegenen Nachbarland Guinea, aus der hervorgeht, dass im Staat Elfenbeinküste wesentlich mehr Orchideenarten vorkommen. Dann folgt das Kapitel “Unterlagen und Methoden“, aus dem hervorgeht, dass die taxonomische Gliederung auf SZLACHETKOs früheren Arbeiten beruht. Weiterhin wird ausgeführt, dass die Gattungen innerhalb der Subtriben und die Arten innerhalb der Gattungen alphabetisch angeordnet sind. Die Zeichnungen sind von 2 Mitarbeiterinnen vorgenommen worden, meistens auf der Basis von SZLACHETKOs Skizzen, die er von dehydrierten Blüten der Herbarbelege anfertigte. Anschließend wird kurz die Orchideenfamilie mit einem künstlichen Schlüssel für die 66 behandelten Orchideengattungen und einem natürlichen Schlüssel für die 7 behandelten Unterfamilien vorgestellt.

Im Hauptteil des Buches werden auf etwas über 350 Seiten die Unterfamilien, Triben, Subtriben, Gattungen und Arten kurz vorgestellt. Nach dem Artnamen folgen eine Pflanzenbeschreibung, Angaben zum Biotop mit Blütezeit und die Verbreitung in Afrika sowie die Aufzählung der untersuchten Herbarbelege. Bei der zugrunde gelegten Taxonomie benutzt SZLACHETKO seine eigenen Forschungsergebnisse, so gibt es z. B. die von ihm aufgestellten Gattungen Afrorchis SZLACH. 2006, Ceratopetalorchis SZLACH. 2003, Plantaginorchis SZLACH. 2004, Podandiella SZLACH. 1998, Schlechterorchis SZLACH. 2003, Szlachetkoella MYTNIK 2007 usw. Diese von SZLACHETKO eingeführten Gattungsnamen werden von der “World Checklist of Orchidaceae“ (Kew) nicht anerkannt, sondern nur als Synonyme geführt. Bei vielen Gattungen wird die Gynostemium-Struktur, der sich SZLACHETKO in der Vergangenheit besonders gewidmet hat, zeichnerisch dargestellt. Bei den Zeichnungen für die Arten werden hauptsächlich die Blütenteile wiedergeben.

Am Buchende folgt die Literatur (auf 1 ½ Seiten), das Verzeichnis der wissenschaftlichen Orchideennamen mit Seitenzahl und schließlich die Aufstellung der 2212 Herbarbelege, die nach Autoren alphabetisch geordnet sind; die meisten stammen übrigens von PEREZ-VERA (s. o.).

Abschließend lässt sich sagen, dass sich dieses Buch hauptsächlich für Wissenschaftler eignet, die sich eingehend mit afrikanischen Orchideen, besonders von der Elfenbeinküste, beschäftigen. Für Liebhaber, die ihre Orchideen aus dem westlichen Afrika bestimmen wollen, ist es weniger brauchbar, weil die Zeichnungen nicht für jede Art vorliegen; außerdem zeigen sie nur in wenigen Ausnahmefällen den Habitus und den natürlichen Blütenaufbau und meistens nur die einzelnen Blütenteile.

Das Buch ist in der D.O.G.-Bibliothek zur Einsichtnahme vorhanden.