Deutsche Orchideen-Gesellschaft e.V.

Bloom-Again Orchids

Autor(en): WHITE, Judy Rezension von: Wolfgang Rysy

132 Seiten, ca. 90 Farbfotos, 17,5 x 22,5 cm, Englisch, Fadenbindung; Timber Press, Inc., ISBN-13: 978-1-60469-055-2; 14.95 US $

Dieses Buch ist ideal für Anfänger, die ihre ersten Orchideen am Fensterbrett kultivieren wollen. Es ist zwar in englischer Sprache geschrieben, doch aufgrund der immer wiederkehrenden Begriffe und der Verwendung einer immer gleich aufgebauten, tabellarischen Checkliste für jede behandelte Orchidee auch für Orchideenliebhaber mit normalem Schulenglisch leicht zu verstehen. Der Buchuntertitel sagt aus, dass hier 50 leicht zu pflegende Orchideen ausgesucht wurden, die immer wieder blühen. Bei den ausgewählten Orchideen handelt es sich im Wesentlichen um Hybriden, d.h. vom Menschen künstlich erzeugte Kreuzungen mit 2 oder mehr Arten. Aber auch 7 Naturarten werden vorgestellt. Über die Auswahlkriterien werden keine Aussagen gemacht. Man bekommt aber einen guten Überblick über die Formen- und Farbenvielfalt der Orchideen. Ein anderer Autor würde unter dem vorgegebenen Buchtitel sicherlich 50 andere Orchideen aus dem gewaltigen Arten- und Hybridenschatz der Orchideenfamilie auswählen.

Nach dem bebilderten Inhaltsverzeichnis folgt die Danksagung an alle, die die Autorin unterstützt haben. Dann werden in der Einleitung u. a. kurze Ausführungen zu den möglichen Wuchsorten, Wuchsformen, Kulturbedingungen und zum Blütenaufbau gemacht. Abgeschlossen wird dieses Kapitel mit den 10 besten Tipps zur Orchideenkultur. Ab Seite 26 folgt auf jeweils 2 Seiten die kurze Vorstellung der 50 ausgewählten Hybriden und Arten in alphabetischer Reihenfolge von Aliceara (= Brassia x Miltonia x Oncidium) bis Zygopetalum-Hybriden. Dabei steht auf der linken Seite der kurze Text sowie die Checkliste und auf der rechten Seite direkt gegenüber ein entsprechendes ganzseitiges Farbfoto. Manchmal ist noch ein weiteres, kleines Farbfoto ergänzt. Die Bildqualität ist durchgehend gut; das darf man auch von einer ambitionierten Fotografin erwarten. Zum Abschluss des Buches werden die verwendeten Abkürzungen für die Gattungen und Hybriden zusammengestellt und erläutert.

Auf eine wichtige Inkonsistenz im Text soll hier aufmerksam gemacht werden. Bei der immer gleich lautenden Checkliste ist bei allen 50 Orchideen das Stichwort “Grows on sunny windowsill“ (wächst auf sonnigem Fensterbrett) angekreuzt. Wenn man dann aber in die Liste darüber die Lichtbedürfnisse nachliest, so stimmt die vorherige Aussage nicht in allen Fällen (z. B: bei Phalaenopsis-Hybriden: Lichtansprüche niedrig bis mittel, Ost-Fenster; bei Rossioglossum: Lichtansprüche mittel bis hoch, jedes Fenster außer Nordseite, geschützt vor direkter Sonne!).

Nachdem in „Die Orchidee“ Heft 3, 2010, ein ausführlicher Artikel über die südafrikanischen Disa-Arten und ihre Kultur erschienen ist, weiß der Leser, wie problematisch die Kultur von Disa und ihren Hybriden ist und welcher Aufwand getrieben werden muss, um diese interessanten Orchideen am Leben zu erhalten. So ist es unverständlich, wie diese Gattung als leicht zu kultivieren (auch auf der sonnigen Fensterbank!) in das besprochene Buch Eingang finden konnte.

Unter Berücksichtigung der oben genannten Kritikpunkte ist dieses preiswerte Buch bestens geeignet, den Anfänger mit den wichtigsten Informationen zur Auswahl und Kultur seiner ersten Orchideen zu versorgen. Er muss allerdings aufpassen, dass die großformatig abgebildeten Orchideen nicht zum Kauf aller 50 behandelten Hybriden/Arten verführen.

Dieses Buch ist in der D.O.G.-Bibliothek zur Einsichtnahme vorhanden.