Deutsche Orchideen-Gesellschaft e.V.

Aerangis – Exquisite African orchids to discover, identify and grow (2014)

Autor(en): LA CROIX, Isobyl Rezension von: Irene Bock

Format 26 × 20 cm, Hardcover, Fadenheftung, 200 Seiten, 150 farbige Abbildungen, 40 Zeichnungen, Englisch, Timber Press, Portland & London, ISBN 13: 978-1-60469-562-5; bis das Buch in den Handeln kommt, steht Interessenten eine limitierte, verbilligte Auflage unter www.aerangisbook.com für £50/$95 zur Verfügung, eine Ersparnis von £10/$15 gegenüber dem regulären Preis.

Nachdem vor 35 Jahren die englische Botanikerin Joyce STEWART eine Zusammenstellung der afrikanischen Arten der Gattung Aerangis veröffentlicht hatte, ist nun wieder eine überarbeitete Edition dieser Gattung erschienen. Die Autorin dieser Ausarbeitung, Isobyl F. LA CROIX, studierte Botanik an der Universität in Edinburg und lebte zusammen mit ihrem Mann fast 20 Jahre in Afrika. Hier entdeckte sie ihre Liebe zu Orchideen, speziell zur Gattung Aerangis. Und hier entwickelte sich auch ihre Freundschaft zu Joyce STEWART, der sie die vorliegende Ausarbeitung widmet.

Die Arbeit basiert auf der Übersicht von Joyce STEWART “A Revision of the African Species of Aerangis” veröffentlicht in “Kew Bulletin” Vol. 34(2), 1979 und wird um all jene Arten erweitert, die seit dieser Zeit entdeckt und neu beschrieben wurden. Den Ausführungen vorangestellt ist eine alphabetische Aufzählung der Länder Afrikas mit den dort gefundenen Arten der Gattung gefolgt von einer kurzen Zusammenfassung ihrer Entstehungsgeschichte. Zurzeit zählen 31 Arten aus dem kontinentalen Afrika und 27 aus Madagaskar und den Inseln im Indischen Ozean (Komoren, Réunion) zur Gattung, wobei keine der Arten in beiden Regionen gleichzeitig vorkommt. Ein allgemeiner Überblick über die Gattungsmerkmale, ein Schlüssel zur Gattung sowie jeweils ein besonderer Schlüssel für die afrikanischen und die madegassischen Arten erleichtert den Kultivateuren die Zuordnung ihrer Pflanzen.

Habitat, Klima und Verbreitung der Gattung allgemein werden ausführlich dargestellt und zusätzlich mit Fotos veranschaulicht. Gefährdung und Schutz sind ein weiteres wichtiges Thema, auf das die Autorin eingeht und, wie nicht anders zu erwarten, sie macht Kulturvorschläge; denn sie hat selber Arten dieser Gattung gepflegt.

Alle 31 afrikanische Arten werden dann in alphabetischer Reihenfolge ausführlich analysiert und teilweise mit ihren Synonymen angegeben. Die Zeichnungen dazu sind zum Teil den Veröffentlichungen von Joyce STEWART entnommen. Die seit dieser Zeit hinzugekommenen neuen Arten werden mit den Originalzeichnungen der Neubeschreibungen wiedergegeben. Neben einigen Abbildungen von Herbarbögen liefert die Autorin Erläuterungen zu Habitat, Verbreitung, Kultur, Blütezeit soweit bekannt, sonstige Bemerkungen, Geschichte der Art, Etymologie, ausführliche Textbeschreibung und besonders erwähnenswert ein oder mehrere Fotos, die das Identifizieren erleichtern.

Auf die gleiche Art werden die Arten aus Madagaskar und den Komoren behandelt nur leider werden uns hier lediglich für wenige Arten Zeichnungen zur Verfügung gestellt. Sechs der hier vorgestellten Arten sind bedauerlicherweise ohne fotografische Abbildung, weil weder aus der Natur noch von kultivierten Pflanzen Fotos existieren.

Am Schluss der Ausarbeitung werden einige intergenerische sowie ifragenerische Hybriden aufgelistet und teilweise im Bild vorgestellt ferner drei Spezies von denen man vermutet, dass es Naturhybriden sind. Das Werk schließt mit einem Glossarium und dem Index. Einen Wermutstropfen gibt es aber: Die originalen Erstbeschreibungen sind nicht zitiert. Zwar mit der Begründung, dass man die leicht im Internet finden kann, aber, das bedeutet zusätzlichen Aufwand.

Für Freunde afrikanischer Orchideen ist diese Ausarbeitung eine willkommene Fundgrube und Unterstützung; denn hier sind an einem Ort alle wichtigen Informationen zu Gattung und Arten zusammengetragen. Ganz besonders zu begrüßen sind die vielen fotografischen Beiträge.